Ungefähr zur Hälfte nehmen die Schotten erstmals etwas Tempo raus und würzen ihre Songs, wie etwa „40‘“, mit ausgedehnteren Instrumentalpassagen und musikalischen Spielereien, die man so auf den Albumversionen nicht zu hören kriegt. Irgendwann zu der Zeit setzt der begeisterte Sänger zu seiner ersten Lobrede auf das Wiener Publikum und zeigt sich positiv überrascht, dass nach einer knappen Stunde Konzert äußerst wenige Smartphones in die Luft gestreckt werden. „Ich will euch nicht sagen, was ihr zu tun habt, aber lasst uns lieber den Moment leben und gemeinsam ausrasten.“ Spricht er und setzt mit seinem alten Freund und Bandmitbegründer Bob Hardy dazu an, das Grundriff von „Take Me Out“ aus Gitarre und Bass zu würgen. Das ist der Moment, in dem die Leiber im Saal für lauter Ekstase endgültig zu verschmelzen scheinen. Während die Band auf der Bühne ein echtes und im positiven Sinne imperfektes Konzert spielt (immer wieder verpasste Einsätze, leichte Verspieler, Unstimmigkeiten im Feintuning), zeigen sich die Wiener so euphorisch, als wäre man bei einem Konzert im heißblütigen Buenos Aires.