Vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs hat sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Sonntag zu Gesprächen über Sicherheitsfragen in Jordanien aufgehalten. „Heute in Jordanien“, schrieb Selenskyj im Onlinedienst X. Die oberste Priorität bei den Gesprächen vor Ort sei „Sicherheit“. Es sei „wichtig, dass alle Partner die dafür nötigen Anstrengungen unternehmen“, führte Selenskyj aus. Weiter erklärte er: „Die Ukraine leistet ihren Beitrag. Es stehen wichtige Treffen bevor.“
Jordanien ist die jüngste Station auf Selenskyjs Reise in der Region. Am Samstag hatte der ukrainische Staatschef mit den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar eine Zusammenarbeit bei der Luftverteidigung besiegelt. Zuvor hatte Kiew ein ähnliches Abkommen mit Saudi-Arabien geschlossen.
Im Ukraine-Krieg greift Russland das Nachbarland unter anderem mit Schahed-Drohnen iranischer Bauart an, die Russland inzwischen unter der Bezeichnung Geran-2 selbst herstellt. Der Iran wiederum attackiert seit Beginn des Iran-Krieges mit den USA verbündete Golfstaaten. Ende Februar wurden ukrainische Experten in die Region entsandt, um bei der Abwehr von iranischen Drohnenangriffen zu helfen.
Der Kapitän, der auf See unterwegs ist, erschien nicht selbst vor Gericht, sondern ließ sich von einem Anwalt vertreten. Der erklärte, das französische Gericht sei nicht zuständig, da die Marine den Tanker in internationalen Gewässern aufgebracht habe. Der Tanker wurde laut Staatsanwaltschaft der russischen Schattenflotte zugerechnet. Damit sind Tanker und Frachtschiffe gemeint, die Russland zum Vermeiden von Sanktionen etwa beim Öltransport einsetzt. Die „Boracay“ transportierte nach Vermutung der Staatsanwaltschaft Öl von Russland nach Indien. Sie konnte ihre Fahrt nach einigen Tagen fortsetzen.
Nicht Gegenstand des Gerichtsverfahrens sind Mutmaßungen, wonach der Tanker zuvor beim Passieren der dänischen Küste in Drohnen-Störfälle verwickelt gewesen sein könnte. Diese führten vor allem in der Hauptstadt Kopenhagen zu erheblichen Einschränkungen des Flugverkehrs. Die EU warnt schon länger davor, dass Schiffe der Schattenflotte als Plattform für den Start von Drohnen für Stör- oder Spionageangriffe genutzt werden können.