Die stark von Ölimporten abhängigen Volkswirtschaften leiden besonders schwer unter dem Iran-Krieg. Vor allem in Südkorea und Japan gaben die Kurse deutlich nach.
Die asiatischen Börsen – allen voran der Kospi in Südkorea und der Nikkei sowie der Topix in Japan – sind mit starken Verlusten in die Woche gestartet. Das war zum Teil eine Reaktion auf die negative Entwicklung an der Wall Street am Freitagabend, zum Teil eine Folge der hohen Ölpreise. In Japan kam erschwerend hinzu, dass die Notenbank Bank of Japan weitere Zinserhöhungen in Aussicht gestellt hat, um der durch die Energiepreise angetriebenen Inflationsrate Herr zu werden.
Die Börsen in Japan und Südkorea starteten mit einem Minus von knapp drei Prozent in die neue Woche. Besonders schlimm erwischte es Auto-, Technologie- und Luftfahrtwerte. So ging es mit den Papieren der Fahrzeughersteller Toyota, Hyundai und Kia um bis zu fünf Prozent nach unten. Diese Werte leiden sowohl unter den höheren Produktions- und Logistikkosten als auch unter den wachsenden Konjunktursorgen. Auch Advantest, ein Hersteller von Testsystemen für die Halbleiterindustrie, oder der Technologieinvestor Softbank mussten kräftig Federn lassen. In Südkorea zählten die Halbleiterwerte SK Hynix und Samsung zu den Verlierern. Sie waren es, die die Börse in den ersten beiden Monaten des Jahres massiv nach oben gezogen hatten, nun bewirken sie das Gegenteil. Auch Fluggesellschaften wie Japan Airlines, All Nippon Airways, Korean Air und Cathay Pacific gaben am Montag nach.
Die hohen Energiepreise infolge des Iran-Kriegs treffen die Ölimporteure Japan und Südkorea besonders hart, während China die Folgen durch massive Ölreserven und Diversifikation der Ölquellen abfedern kann: China bezieht etwa auch günstiges Öl aus Russland und ist weniger stark auf den Transport durch die Straße von Hormus angewiesen. Seit Jahresbeginn hat der Shanghai Composite Index um zwei Prozent nachgegeben, beim Hang Seng beläuft sich das Minus auf sechs Prozent. Damit hält sich China besser als Europa oder die USA.
Der Nikkei und der Kospi weisen seit Jahresbeginn sogar ein Plus auf. Die koreanische Börse war mit Riesengewinnen in das Jahr gestartet. Nach oben gezogen von Halbleiterwerten wie Samsung und SK Hynix stieg der Index bis Mitte Februar um 46 Prozent. Anfang März kam es dann zu einem massiven Einbruch. Auslöser waren die eskalierenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten, die zuerst zu Gewinnmitnahmen und dann zu Panikverkäufen führten. Am 4. März erlitt der Kospi mit einem Minus von mehr als zwölf Prozent einen der schlimmsten Tagesverluste seiner Geschichte. Seitdem ist die Volatilität äußerst hoch.
Die europäischen Börsen versuchten sich am Montag hingegen wieder in einer Erholung. Nicht nur Ölwerte wie Totalenergies und Enel, sondern auch Bayer zählten zu den Gewinnern.
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