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Burladingen – Wolfgang Grupp ist einer der bekanntesten deutschen Unternehmer. Jahrzehntelang führte er den Textilhersteller Trigema, stand wie kaum ein anderer für das Unternehmertum in Deutschland. Er hat eine starke Haltung, steht für seine Werte ein. Doch im Sommer 2025 versuchte er, sein Leben zu beenden – und schoss sich selbst in den Kopf.

Am Dienstag erscheint das Buch „Wolfgang Grupp: Die autorisierte Biografie“. Geschrieben wurde es von Volker ter Haseborg. Rund ein Jahr lang begleitete der Journalist den Unternehmer. In 25 Kapiteln beschreibt er Grupps Aufstieg und sein Leben. Und natürlich geht es in der Biografie auch um die Themen Depression und Suizid.

Seine Frau Elisabeth rettete ihm das Leben

Das Buch enthüllt: Es gibt einen Menschen, dem Wolfgang Grupp zu verdanken hat, dass er noch lebt. Seine Frau Elisabeth. Unter anderem „Focus online“ und die „Schwäbische Zeitung“ veröffentlichten Kapitel 24 vorab. Es beginnt mit der Überschrift „4.45 Uhr Suizidversuch“. Darunter steht: „Wie Elisabeth Grupp ihren Mann gerettet hat“. Grupp selbst hat an die Nacht des 7. Juli kaum eigene Erinnerungen, heißt es in dem Buch. Deshalb spricht seine Frau für ihn.

Wolfgang Grupp Junior, Elisabeth Grupp und Wolfgang Grupp und Bonita Grupp

Wolfgang Grupp Junior, Elisabeth Grupp und Wolfgang Grupp und Bonita Grupp

Foto: Bernd Weißbrod/dpa

„Es sei nicht ungewöhnlich, dass ihr Mann nachts wach ist“, so Elisabeth Grupp zu Volker ter Haseborg. Auch in der besagten Nacht stand Wolfgang Grupp auf. Er kam zurück ins Bett, ist dann aber wieder aufgestanden. „Da habe sie nach ihm gesehen“, heißt es in der Biografie. Elisabeth Grupp fand ihren Mann in einer traumatisierenden Situation: Er hielt eine Pistole in der Hand und sie verstand, was er vorhatte. „Elisabeth Grupp konnte ihn nicht ganz abhalten. Aber wenn sie nicht gekommen wäre, dann wäre Wolfgang Grupp jetzt mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr am Leben“, schreibt ter Haseborg. Grupp kam ins Krankenhaus.

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Quelle: bild29.03.2026

Eine Kurzschlusshandlung ohne Abschied

Einen Abschiedsbrief gab es nicht. Im Interview mit BILD bezeichnete Wolfgang Grupp seinen Suizidversuch als Kurzschlusshandlung. Eine Kurzschlusshandlung, die ihn ohne seine Frau möglicherweise das Leben gekostet hätte.

Depressiv? Hier bekommen Sie umgehend Hilfe

BILD berichtet grundsätzlich nicht über Suizide. Ausnahmen gelten bei gesellschaftlich relevanten Umständen oder wenn der Suizid im Zusammenhang mit einem Verbrechen steht, bei dem auch andere Menschen zu Schaden kamen oder getötet wurden.

Wenn Sie selbst depressiv sind oder Selbstmordgedanken haben, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge. Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.