US-Präsident Donald Trump verteidigt seine Umbauten. Beim Bau des großen, neuen Ballsaals, für den der Ostflügel des Weißen Hauses abgerissen wurde, komme „gut voran.“ Zuletzt war berichtet worden, darunter sei ein Besucherzentrum geplant. Jetzt lässt Trump mit neuer Wortwahl aufhorchen.

Was wird es werden? Ein Ballsaal. Das hat US-Präsident Donald Trump stets betont, inklusive schöner Renderings und Pläne. Doch was soll darunter entstehen, wo vor kurzem der Ostflügel des Weißen Hauses abgerissen wurde? Die neueste Wendung: Das Militär errichte nach Angaben von US-Präsident Trump einen „gewaltigen Komplex“ unter dem im Bau befindlichen neuen Ballsaal des Weißen Hauses in Washington. „Er befindet sich im Bau. Wir kommen gut voran. Wir sind vor dem Zeitplan.“, sagte Trump am Sonntag (Ortszeit) Journalisten an Bord des Präsidentenflugzeugs Air Force One.

Mit seiner Wortwahl sorgte Trump einmal mehr für Verwirrung über den Zweck des neuen unterirdischen Komplexes. Frühere Berichte sprachen von einem unterirdischen Besucherzentrum unter dem neuen Bauteil. Nähere Angaben zu dem unterirdischen Komplex machte Trump während seines Flugs von seinem privaten Anwesen Mar-a-Lago in Florida nach Washington nicht. Informationen zu dem Vorhaben seien überhaupt erst durch eine „dumme Klage“ an die Öffentlichkeit gelangt, sagte er.

US-Präsident Donald Trump zeigt neue Renderings des geplanten Ballsaals. US-Präsident Donald Trump zeigt neue Renderings des geplanten Ballsaals. Reuters / Elizabeth Frantz US-Präsident Donald Trump zeigt neue Renderings des geplanten Ballsaals. US-Präsident Donald Trump zeigt neue Renderings des geplanten Ballsaals. Reuters / Elizabeth Frantz US-Präsident Donald Trump zeigt neue Renderings des geplanten Ballsaals. US-Präsident Donald Trump zeigt neue Renderings des geplanten Ballsaals. Reuters / Elizabeth Frantz

Der Präsident bezeichnete den Ballsaal am Sonntag wortwörtlich als „Shed“, was in etwa als „Schuppen“ oder „Unterstand“ übersetzt werden kann. Ein möglicher Unterstand oder Überbau für einen darunter entstehenden „massiven“ Militärkomplex. Der Ballsaal werde über „hochwertige, kugelsichere“ Glasfenster und ein drohnensicheres Dach verfügen, sagte er.

Trump präsentierte neue Entwürfe des Ballsaals und verteidigte das Projekt einmal mehr. Die Ballsaalpläne sind mit rechtlichen und politischen Herausforderungen konfrontiert, darunter eine Klage des National Trust for Historic Preservation, der der Regierung vorwirft, die vorgeschriebenen Prüfungen und die Beteiligung der Öffentlichkeit umgangen zu haben. Ein Bundesrichter kündigte an, bis Ende März zu entscheiden, ob er eine einstweilige Verfügung erlässt, die das Projekt bis zum Abschluss des Verfahrens stoppt.

Pläne für das Bauprojekt, das im August beginnen und zwei Jahre dauern soll, wurden vor zwei Wochen bei der zuständigen Planungskommission eingereicht und im Internet veröffentlicht. Die mehr als 3000 Quadratmeter große Anlage könnte womöglich das Dauerprovisorium für Besucher beenden, das weder zu den Anforderungen der heutigen Zeit noch zum Geschmack des Präsidenten zu passen scheint, der eher opulente Optik bevorzugt. Derzeit müssen Besucher zur Sicherheitskontrolle containerartige Wachposten und Zelte passieren, um auf das Gelände des Regierungssitzes zu gelangen. Gerade bei Großveranstaltungen kann es zu langen Schlangen kommen – und sonderlich schick sehen die behelfsmäßigen Kontrollstationen auch nicht aus.

Donald Trump gab Journalisten an Bord der „Air Force One“ vage Auskunft über seine Pläne für den neuen Ostflügel des Weißen Hauses.

Donald Trump gab Journalisten an Bord der „Air Force One“ vage Auskunft über seine Pläne für den neuen Ostflügel des Weißen Hauses. Getty Images / Nathan Howard

Trump hatte den Ostflügel des Weißen Hauses im Oktober abreißen lassen, um Platz für den Ballsaal zu schaffen. Dieser soll laut Trump Platz für tausend Gäste bieten. Inzwischen gibt der Präsident die Kosten mit 400 Millionen Dollar (347,31 Mio. Euro) an – das Doppelte des ursprünglich geplanten Betrages.

Der Ballsaal soll nach dem Willen Trumps mit viel Gold, Marmor, Stuck und üppigen Lustern ausgestaltet werden. Der Präsident hat dafür nach eigenen Angaben umfangreiche Spenden aus der Privatwirtschaft eingeworben. Das Bauvorhaben wird unter anderem vom Denkmalschutz scharf kritisiert, der in die Pläne nicht eingebunden war. Die Opposition im Kongress wirft dem Präsidenten Verschwendung vor.

Am 2. April (Donnerstag) will sich die von Fürsprechern des Präsidenten geleitete Planungskommission mit dem Vorhaben beschäftigen. In derselben Sitzung soll auch über die Zukunft des Ballsaals entschieden werden, nachdem Zehntausende – größtenteils kritische – Rückmeldungen zur öffentlichen Bekanntmachung des Projekts eingegangen waren. (APA/AFP//Reutersdpa)

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