Sieht Verantwortung beim Klub

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Bei Borussia Dortmund herrscht große Verwunderung über Aussagen des österreichischen Nationaltrainers Ralf Rangnick, der sich über die begrenzten deutschen Sprachkenntnisse von ÖFB-Debütant Carney Chukwuemeka (22) zu Wort gemeldet und darin auch eine Verantwortung bei den Schwarz-Gelben ausgemacht hatte. Der „Kicker“ berichtet, dass der BVB ebenjene Verlautbarungen mit Erstaunen registriert habe.
Chukwuemeka feierte beim 5:1-Sieg gegen Ghana am Freitag seine Premiere im Nationaltrikot und traf sogar 18 Minuten nach seiner Einwechslung, nachdem der Dortmunder Profi erfolgreich den Verband gewechselt hatte. Der Sohn nigerianischer Eltern wurde 2003 in Wien geboren, mit zwei Jahren ging es aber nach Großbritannien. Mittelfeldspieler Chukwuemeka kam im Februar 2025 zunächst auf Leihbasis zur Borussia, ehe er im darauffolgenden August fest für 20 Mio. Euro von Chelsea verpflichtet wurde.
Mit Blick auf die Fragestellung, welche deutschen Worte Chukwuemeka im Kreise der Nationalmannschaft gelernt habe, antwortete Rangnick: „Wir müssen schon noch die Kirche im Dorf lassen.“ Seine Begründung: „Wenn wir jetzt bei Spielern, die in Deutschland spielen, die Vorreiter sind und mit denen Deutschunterricht machen, dann wäre das so, wie wenn wir über unsere Ernährungsberater Spieler dazu bringen wollen, sich vernünftig zu ernähren, und daheim essen sie irgendwelchen Schmarrn.“
„Überraschter“ Rangnick über Deutschunterricht in der Bundesliga
Der 67-Jährige, der in der Bundesliga den VfB Stuttgart, Hannover 96, FC Schalke 04, die TSG 1899 Hoffeenheim und RB Leipzig coachte, sieht der Aufgabe der sprachlichen Ausbildung auf Klubebene: „Das muss schon im Interesse der jeweiligen Vereine liegen. Die müssen darauf achten, dass regelmäßig der Deutschunterricht gemacht wird. Für solche Jungs ist das nicht so einfach. Englisch wird überall gesprochen, man versteht sie überall, Carney kommt natürlich auch bei uns in der Gruppe mit Englisch klar. Aber ich war schon auch ein bisschen überrascht, dass man in Dortmund bisher noch gar nicht versucht hat, mit ihm Deutschunterricht zu machen.“
Seine Worte seien jedoch explizit „nicht als Kritik“ gemeint, wenngleich er in Leipzig und Hoffenheim positive Erfahrungen gemacht hatte. „Da war dreimal in der Woche Deutschunterricht Pflicht. Wenn einer nicht gekommen ist, war das so, als wenn er unentschuldigt beim Training gefehlt hätte. Aber das muss jeder Verein so machen, wie er es für richtig hält. Wir haben kein Problem damit.“
Bei den Schwarz-Gelben soll nach diesen Worten dennoch große Verwunderung geherrscht haben. Denn wie der Stand von Chukwuemekas Deutsch ist, sei vorher bekannt gewesen und hätte den ÖFB nicht davon abgeschreckt, ihn zum Verbandswechsel zu bewegen, heißt es beim „Kicker“.
Grundsätzlich sei das Thema Integration beim BVB wichtig, schreibt das Magazin weiter und verweist als Beispiel darauf, dass in Brasilien und Ecuador ein Integration Manager für die 17-jährigen Kauã Prates und Justin Lerma weile, die die Westfalen als Neuzugänge für die kommende Saison unter Dach und Fach gebracht hatten. Ohnehin spiele sich im Kluballtag vieles in englischer Sprache ab, weshalb es bei englischsprachigen Spielern auch keine Pflicht zum Sprachunterricht geben würde. Bei der ÖFB-Auswahl steht vorläufig Physiotherapeut Peter Geigle als Dolmetscher für Chukwuemeka parat.
