72 Traktoren rollten diesen Mittwoch von Korneuburg in Richtung Wien. Sie hatten Transparente wie „Mein Sohn will auch noch Bauer werden“ oder „Unsere Felder. Unsere Arbeit. Euer Essen“ montiert. Ziel waren das Landwirtschaftsministerium und das Parlament, wo in Kundgebungen Verbesserungen für die Situation der Bauern gefordert wurden. Das überparteiliche Bündnis Zukunft Österreich hatte zu der Aktion aufgerufen.
Die Teilnehmer, die großteils aus den Bezirken Korneuburg und Hollabrunn kamen, versammelten sich in der Nähe des Kraftwerks, um dann gemeinsam zur Demo in Richtung Bundeshauptstadt zu fahren, wo mehrere hundert Traktoren aus ganz Niederösterreich und dem Burgenland dabei waren.
„Es fehlt die Zukunftsperspektive“
Michael Planer, Landwirt aus Oberhautzental, führte den Konvoi aus dem nördlichen Niederösterreich an und organisierte das Treffen in Korneuburg. „Mein Sohn ist jetzt 14 und soll den Betrieb einmal übernehmen, aber derzeit fehlt einfach die Zukunftsperspektive“, erklärt er seine Motivation an der Teilnahme.
Vor allem die Bürokratie mache den Bauern zu schaffen: „Wir sind überall am Feld satellitenüberwacht und verbringen mittlerweile mehr Arbeitszeit im Büro als draußen“, schildert er. Es sei Zeit, dass die Bauern aufstehen und gehört werden, „es braucht dringend Verbesserungen“, fordert der Oberhautzentaler.

Nahmen am Protestzug teil: Raffael Weinrichter, Harald Mantler und Michael Planer (r.) mit Sohn Fabian.
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Löwenstein
Der Protest richtet sich auch gegen das Mercosur-Abkommen. Das weitreichende Handelsabkommen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten (Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay) zielt auf den Abbau von Zöllen und die Erleichterung des Handels, zum Beispiel auch von Agrarprodukten, ab. „Jedes Prozent tut uns weh“, sagt Planer.
Kostenexplosion durch internationale Krisen
Der Krieg im Iran hätte das Fass zum Überlaufen gebracht, erzählt Planer. Die Bauern würden die Folgen jeden Tag beim Sprit und bei den Düngemitteln spüren. „Der Dünger wird mit fossiler Energie im Ausland erzeugt. Das wirkt sich auf die Verfügbarkeit und die Preise aus“, führt er vor Augen, „letztlich geht es um die Versorgungssicherheit in Österreich“, ergänzt er. „Wir sitzen alle in einem Boot“, hält Planer fest, „auch die Konsumenten“, betont er. Denn die würden letztlich am Regal entscheiden, was produziert wird.
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Bauern demonstrierten
72 Traktoren rollten zum Protest von Korneuburg nach in Wien.
Bauern aus den Bezirken Korneuburg, Hollabrunn, Horn und Zwettl versammelten sich am Mittwoch mit ihren Traktoren beim Kraftwerk Korneuburg, um von dort gemeinsam zur Demo nach Wien zu fahren.