Bei mehreren Bootsunglücken im Mittelmeer und im Ärmelkanal sind an nur einem Tag mindestens 40 Migrantinnen und Migranten ums Leben gekommen. Vor der türkischen Ägäisküste barg etwa die türkische Küstenwache eigenen Angaben zufolge mindestens 19 Menschen aus dem Wasser. 18 davon waren demnach bereits tot, eine weitere Person starb später im Krankenhaus.
21 Insassen des Schlauchboots überlebten das Unglück demnach und konnten gerettet werden. Das Schlauchboot sei zunächst zu schnell vor der Küstenwache geflüchtet, wodurch Wasser eingedrungen sei und es schließlich sank. Nach Angaben des Gouverneurs der Provinz Muğla, Idris Akbiyik, handelte es sich bei den Bootsinsassen um Afghanen. Der beliebte türkische Badeort Bodrum liegt nur wenige Kilometer von der
griechischen Insel Kos entfernt, einem der Hauptziele von Migranten zum
Erreichen der EU. Die EU bezahlt der türkischen Regierung viel Geld dafür, Migranten von den europäischen Staaten fernzuhalten.
19 Tote vor Lampedusa
Vor der italienischen Insel Lampedusa barg die italienische Küstenwache eigenen Angaben zufolge zudem 19 Tote. Sieben Migranten, darunter zwei Kinder, würden wegen „Unterkühlung und
einer Kohlenwasserstoff-Vergiftung“, behandelt, teilte der Bürgermeister
Lampedusas, Filippo Mannino, mit. 58 Überlebende, darunter fünf Kinder,
brachte die Küstenwache nach Lampedusa.
Die Opfer seien vermutlich alle an Unterkühlung gestorben, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Lampedusa ist ein wichtiger Ankunftspunkt für Migrantinnen und Migranten, die von Nordafrika aus über das Mittelmeer nach Europa fahren. In diesem Jahr haben laut dem Innenministerium bisher mehr als 6.100 Migranten Italien über das Meer erreicht.
Auf der gefährlichen Überfahrt zu den griechischen Inseln kommt es
häufig zu Bootsunglücken. Erst vor wenigen Tagen starben mindestens 22 Migrantinnen und Migranten vor der Insel Kreta. Seit Jahresbeginn kamen nach Angaben der
Internationalen Migrationsbehörde (IOM) mindestens 831 Migranten im
Mittelmeer ums Leben oder gelten als vermisst.
Zwei Tote auf dem Ärmelkanal
Auch im Ärmelkanal zwischen Großbritannien und Frankreich ereignete sich ein tödliches Unglück mit einem Flüchtlingsboot. Zwei Migranten seien bei dem Versuch, den Kanal vor der Küste von Gravelines in Nordfrankreich illegal zu überqueren, ums Leben gekommen, teilte die zuständige Präfektur mit. Rettungskräfte seien acht Migranten zur Hilfe gekommen, deren Boot nach dem Ablegen nahe Gravelines in Not geraten war. Drei von ihnen hätten eine „sofortige medizinische Versorgung“ benötigt, zwei Migranten seien kurz darauf für tot erklärt worden. Polizeiangaben zufolge handelt es sich bei den Toten um zwei Männer aus dem Sudan und Afghanistan.
© Lea Dohle
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Es handelt sich um die ersten bekannt gewordenen Todesfälle bei der Überquerung des Ärmelkanals in diesem Jahr. 2025 waren auf der Route nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP auf Grundlage offizieller französischer und britischer Quellen mindestens 29 Migranten ums Leben gekommen. In großer Zahl überqueren Migranten seit
Jahren von Nordfrankreich aus in kleinen Booten den Ärmelkanal, um
Großbritannien zu erreichen. Die britische Regierung versucht seit Längerem, die
Migration mit französischer Hilfe einzudämmen, und zahlt dafür
Millionen an Paris.
Die EU verschärfte zuletzt erneut ihre Migrationspolitik. Künftig sollen Asylverfahren auch in Drittstaaten ausgelagert werden dürfen. Auch sollen Rückführungszentren eingerichtet werden. Trotz der restriktiven Politik versuchen Menschen noch immer, die EU zu erreichen.
Fluchtmigration in die EU
Migranten in Griechenland:
Ohne Kleidung – ohne Rechte
Z+ (abopflichtiger Inhalt);
Griechische Küstenwache:
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