Innsbruck – Die Unterstützung für Joseph und Victoria Oshakuade wird immer größer. Seit acht Jahren leben die Geschwister in Tirol, jetzt sollen sie, wie berichtet, nach Nigeria abgeschoben werden. Zuerst hatten Studierende des MCI auf das drohende Schicksal ihres Kollegen Joseph und seiner Schwester aufmerksam gemacht. Nach Rotkreuz-Präsident Günther Ennemoser bekundeten am Mittwochabend auch der SK Wilten und der FC Union Innsbruck in einem offenen Brief an die Regierungsspitzen ihre Solidarität mit den Geschwistern. Victoria ist Spielerin in der Spielgemeinschaft der beiden Fußballvereine.
Sie sei bei den Vereinen „längst mehr als nur eine Spielerin: Sie ist ein wichtiges Mitglied, eine verlässliche Teamkollegin und eine geschätzte Freundin innerhalb der Mannschaft und des Vereins“, heißt es in dem Schreiben, das an Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Bundeskanzler Christian Stocker, Innenminister Gerhard Karner und Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner adressiert ist.
Victoria ist aus unseren Vereinen und dieser Gemeinschaft nicht mehr wegzudenken.
SK Wilten / FC Union Innsbruck
Die Vereine schreiben weiter: „Wir als Vereinsfamilie treiben nicht nur gemeinsam Sport, sondern wir leben Werte, stärken den Zusammenhalt in unserer Gemeinschaft und versuchen, jungen Menschen ein Vorbild zu sein. Victoria ist aus unseren Vereinen und dieser Gemeinschaft nicht mehr wegzudenken.“ Ebenso wie ihr Bruder gehöre sie nach Innsbruck, „in ihre Heimat“. Die beiden müssten die Möglichkeit erhalten, ihr geregeltes Leben in Österreich fortzusetzen und weiterhin einen wertvollen Beitrag für unsere Gesellschaft zu leisten, fordern die Vereine und appellieren, die Abschiebung zu verhindern.
Der Präsident des Tiroler Roten Kreuzes, Günther Ennemoser, setzt sich ebenfalls für die Geschwister ein: „Junge Menschen, die in Österreich integriert sind, hier studieren und arbeiten, darf der Weg in eine gute Zukunft nicht verwehrt werden“, sagt Ennemoser. Er kenne die Geschwister, beide hätten sich während ihrer Schulzeit ehrenamtlich beim Jugendrotkreuz engagiert. Joseph habe Bewohnerinnen und Bewohner eines Altenheims besucht, Victoria Kinder in einer Innsbrucker Volksschule beim Lernen unterstützt. Beide wurden für ihren Einsatz ausgezeichnet.
Junge Menschen, die in Österreich integriert sind, hier studieren und arbeiten, darf der Weg in eine gute Zukunft nicht verwehrt werden.
Günther Ennemoser, Präsident des Tiroler Roten Kreuzes
Ennemoser spricht sich dafür aus, den Fall nochmals sorgfältig zu prüfen und „das humanitäre Bleiberecht in Erwägung zu ziehen. Ihnen sollten die Perspektiven nicht genommen werden. Joseph und Victoria haben gezeigt, wie wichtig ihnen gesellschaftliches Engagement ist und wie sehr sie bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und ihren Beitrag zu leisten.“
Joseph Oshkuade (im Bild rechts) und seine Schwester Victoria engagierten sich beim Jugendrotkreuz und wurden dafür sogar ausgezeichnet.
© Jugendrotkreuz Tirol
Die Geschwister kamen vor acht Jahren nach Österreich. Joseph Oshakuade studiert Business & Management am MCI, während Victoria Oshakuade eine Ausbildung im IT-Bereich absolviert. Eine Online-Petition auf „Mein Aufstehn“ für den Verbleib der Geschwister in Österreich wurde bis Mittwochabend mehr als 14.000 Mal unterzeichnet. Auch die ÖH unterstützt die beiden auf ihrer Website, indem sie auffordert, Mails an das Innenministerium zu schicken. (TT)