Tilly muss eine Auslieferung aus Deutschland nicht befürchten. Schwierigkeiten könnte es für ihn aber bei Reisen in Länder geben, die von Moskau gesuchte Personen an Russland ausliefern. Russland könnte zudem versuchen, ihn international zur Fahndung auszuschreiben.
Tilly sprach von einem absurden, aber auch schlimmen Urteil. „Ich habe kein Staatsverbrechen begangen“, sagte der 62-Jährige. „Dass ich Kritik an Machthabern übe, das gehört sich so in freien Gesellschaften. Das ist eine Selbstverständlichkeit und kein Verbrechen.“
Tilly kündigte an, seine Arbeit fortzusetzen. „Das wäre auch eine Art Urteilsvollstreckung, wenn ich mich jetzt zurückziehen würde und Russland und Putin und die Kriegsführung in der Ukraine nicht mehr kritisieren würde“, sagte er. „Insofern mache ich ganz normal weiter, als hätte es diesen Prozess nicht gegeben.“
Tilly ist für seine bissig-satirischen Mottowagen im Düsseldorfer Karneval bekannt. Seine Arbeiten werden regelmäßig auch international aufgegriffen.