2.04.2026 10:53

(Akt. 2.04.2026 13:35)

Erste Maßnahmen in der Lobau haben zu Protesten geführt.

Erste Maßnahmen in der Lobau haben zu Protesten geführt.
©APA/GLOBAL 2000/LEO DAUBLEBSKY

Diese Woche begannen die ersten vorbereitenden Maßnahmen für die „S1 Wiener Außenring Schnellstraße“, was zahlreiche Proteste von Umweltorganisationen wie Fridays For Future und Lobau Bleibt! auslöste. Trotz Kritik von Wissenschaft und Umweltschützern betont die Wirtschaftskammer Wien die Bedeutung des Projekts für die regionale Wirtschaft.

Zum Lückenschluss des Straßenprojekts „S1 Wiener Außenring Schnellstraße“ haben diese Woche die ersten Umsetzungen begonnen – was prompt erste Proteste ausgelöst hat. Donnerstagvormittag versammelten sich nach eigenen Angaben rund 150 Demonstranten vor dem Verkehrsministerium, unter anderem von Lobau Bleibt! und Fridays For Future.

Protestwelle gegen erste Maßnahmen

Konkret geht es dabei um sogenannte bauvorbereitende Maßnahmen im Freilandabschnitt von Groß-Enzersdorf bis Knoten Süßenbrunn, dazu zählen neben dem Aufstellen von Baucontainern auch sechs Zählstellen. Der Trassenbau selbst startet erst 2027.

Ein breites Bündnis hatte zum Protest aufgerufen: Fridays For Future, Global 2000, Lobau Bleibt!, Greenpeace, System Change und das Bündnis SoWi_So. Laila Kriechbaum von Fridays For Future: „Es ist absurd, dass Verkehrsminister Hanke an dem Projekt festhält, während Recht und Wissenschaft dagegen sprechen.“ Das Bündnis Solidarischer Widerstand gegen Sozialabbau forderte: „Lobau statt Sozialabbau!“

Wiener Wirtschaftskammer: „Endlich“

Nachdem sich schon am Mittwoch zahlreiche Organisationen zu Wort gemeldet hatten, gab es auch am Donnerstag weitere Reaktionen, mitunter auch positive: „Endlich kommt Bewegung in dieses wirklich wichtige Projekt“, meinte Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer Wien. Es sei gut, dass die Phase der permanenten Verzögerung nun endet. „Der Regionenring ist eine essenzielle Lebensader für die Wirtschaft – nicht nur in, sondern auch um Wien.“

„Für die klimafitte Stadtentwicklung Wiens sind die nun durch die Asfinag gestarteten Vorarbeiten für den Nordteil der S1 von zentraler Bedeutung“, betonte die Wiener Planungsstadträtin Ulli Sima (SPÖ). Die Öffis in der Donaustadt wurden massiv ausgebaut. Aber es brauche auch eine Straßenanbindung für so große Stadtentwicklungsgebiete wie die Seestadt Aspern. „Der S1-Lückenschluss ist ein wesentliches Infrastrukturprojekt für die Entlastung der Stadt und für die weitere Entwicklung im Osten Wiens“, so Markus Figl, Landesparteiobmann der Wiener Volkspartei. Der Verkehrssprecher der Wiener FPÖ, Toni Mahdalik, begrüßte die Vorarbeiten als „längst überfälligen Schritt für eine spürbare Entlastung der Wiener Bevölkerung und insbesondere für die Donaustadt“.

Anders der VCÖ: Die Lobauautobahn sei extrem teuer, verursache große ökologische Schäden und sei keine wirksame Lösung für die bestehenden Verkehrsprobleme. Laut VIRUS-Sprecher Wolfgang Rehm soll ein richtiger Baubeginn erst im nächsten Jahr stattfinden. Jede Tätigkeit bleibe entgegen allen bloß reflexartigen Abwehrbeteuerungen rechtswidrig, meint die Umweltorganisation.