Newsblog zum Krieg in Nahost
Iran macht für Putins Schiffe offenbar eine Ausnahme
Aktualisiert am 03.04.2026 – 05:43 UhrLesedauer: 33 Min.
Player wird geladen
Im Video: So viele Schiffe stecken in der Straße von Hormus fest (Quelle: t-online)
Irans Nachbarland verlegt Öl-Transporte auf die Straße. Russische Schiffe dürfen wohl die Straße von Hormus passieren. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Etwa die Hälfte der iranischen Raketenwerfer ist nach wie vor intakt, und trotz der täglichen Angriffe der USA und Israels auf militärische Ziele in den vergangenen fünf Wochen befinden sich weiterhin Tausende von Einweg-Angriffsdrohnen im iranischen Arsenal, wie drei mit den Geheimdienstinformationen vertraute Quellen derm amerikanischen Sender CNN mitteilten.
„Sie sind nach wie vor sehr gut in der Lage, in der gesamten Region verheerendes Chaos anzurichten“, sagte eine der Quellen über den Iran. Die Gesamtzahl in der Einschätzung der US-Geheimdienste könnte auch Abschussrampen umfassen, die derzeit unzugänglich sind, beispielsweise solche, die durch Angriffe unter der Erde begraben, aber nicht zerstört wurden. Tausende iranischer Drohnen existieren noch – etwa 50 Prozent der Drohnenkapazitäten des Landes –, wie zwei der Quellen angaben, auf die sich die Geheimdienstinformationen stützten.
Mehr als 100 Völkerrechtsexperten aus den USA bezeichnen die US-Angriffe auf den Iran in einem offenen Brief als mögliche Kriegsverbrechen. In dem Brief heißt es, das Verhalten der US-Streitkräfte und Äußerungen hochrangiger US-Vertreter gäben Anlass zu „ernsthaften Bedenken hinsichtlich Verstößen gegen das internationale Menschenrecht und das humanitäre Völkerrecht, einschließlich möglicher Kriegsverbrechen“.
Der Brief verweist insbesondere auf eine Äußerung von Präsident Donald Trump von Mitte März, wonach die USA Angriffe auf den Iran „nur zum Spaß“ ausführen könnten. Zudem wird eine Aussage von Verteidigungsminister Pete Hegseth von Anfang März zitiert, wonach die USA nicht mit „dummen Einsatzregeln“ kämpften. Der Brief der Juristen von Elite-Universitäten wie Harvard, Yale und Stanford wurde auf der Webseite der Fachzeitschrift „Just Security“ veröffentlicht.
Außenminister Johann Wadephul stellt laut einem Medienbericht einen Beitrag Deutschlands zur Absicherung der Seehandelswege im Nahen Osten in Aussicht. „Wir haben – wie die USA und andere – ein Interesse daran, dass die Handelswege im Persischen Golf und im Roten Meer wieder geöffnet werden“, sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe einem Vorabbericht zufolge. „Und natürlich sind wir prinzipiell bereit, uns an einer Absicherung der Seewege zu beteiligen.“ Die Regierung spreche über den deutschen Beitrag mit einer größeren Gemeinschaft von Staaten, „wenn der militärische Konflikt beigelegt ist und die rechtlichen Voraussetzungen dafür vorliegen. So weit sind wir bedauerlicherweise noch nicht.“