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Nantan (Japan) – Er gilt als „Steven Spielberg der Videospiele“ und Vater des modernen Gamings: Nintendo-Genie Shigeru Miyamoto (73). Seiner Fantasie entsprangen ikonische Figuren wie Donkey Kong und Mario. Doch wer ist dieser zurückgezogene Japaner, dessen Werke die Kindheit und Jugend von Generationen geprägt haben?
Miyamoto wurde 1952 im heutigen Nantan bei Kyoto geboren. Sein Vater war Englischlehrer. Seine Familie lebte laut ihm schlicht, zunächst ohne Auto und Fernseher. Viel Zeit verbrachte er draußen, erkundete die Natur und baute sich eigenes Spielzeug. Bei seltenen Kinobesuchen begeisterte er sich für japanische wie westliche Zeichentrickfilme.

Shigeru Miyamoto spielt auf diesem alten Foto „Super Mario World“ von 1990, an dem er als Produzent mitarbeitete
Foto: Corbis via Getty Images
Karriere und Erfolge bei Nintendo
1977 begann die Karriere des studierten Industriedesigners bei Nintendo. Über Kontakte seines Vaters stellte er sich dem damaligen Nintendo-Präsidenten vor und überzeugte mit seinen Ideen. Zuerst gestaltete er die Gehäuse von Spielautomaten, bevor er mit der Entwicklung eines eigenen Titels betraut wurde. Genau der war 1981 sein Durchbruch: In „Donkey Kong“ tauchte die Figur Jumpman auf, die später als Kult-Klempner Mario weltberühmt wurde. Von den Marken, an denen Miyamoto beteiligt war, haben sich bis heute über eine Milliarde Spiele verkauft.

Nintendos Kult-Klempner Mario und sein Schöpfer Shigeru Miyamoto treffen aufeinander
Foto: The Asahi Shimbun via Getty Images
Privat lebt der heute 73-Jährige zurückgezogen mit seiner Familie in seinem Geburtsort. Seine Ehefrau Yasuko lernte er bei Nintendo kennen, wo sie in der Verwaltung arbeitete. Das Paar hat zwei erwachsene Kinder: einen Sohn und eine Tochter.
Obwohl Miyamoto nicht mehr aktiv Titel entwickelt, ist er als kreativer Berater bis heute ein fester Teil von Nintendo. Sein Anspruch: Spiele zu veröffentlichen, die zum Erkunden einladen und ein Gefühl von Freude auslösen. Dass dieses Prinzip bis heute funktioniert, zeigt auch der neue „Super Mario Galaxy Film“: Er erzielte in Deutschland den besten Starttag seit 2019 sowie den umsatzstärksten Start eines Animationsfilms überhaupt. Allein am ersten Tag kamen über 300.000 Besucher und übertrafen damit sogar den Vorgänger von 2023.
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Dabei beruhen viele seiner Ideen auf persönlichen Erlebnissen. So traute er sich als Kind lange nicht, eine Höhle in der Nähe seines Heimatorts zu betreten. Erst mit einer Laterne wagte er den Schritt. Dieses Gefühl von Unsicherheit und Entdeckung prägte die Atmosphäre der „The Legend of Zelda“-Reihe. Der Kettenhund aus „Super Mario“ basiert wiederum auf einem Nachbarhund, der ihn einmal erschreckte. Und als Miyamoto das Gärtnern für sich entdeckte, inspirierte ihn die Beobachtung von Ameisen zum Spiel „Pikmin“.

Shigeru Miyamoto zeigt 2010 die innovative Bewegungssteuerung der Nintendo Wii. Inspiration für das Spiel „Wii Fit“ lieferte ihm eine Badezimmerwaage
Foto: Bloomberg via Getty Images