Kreml sperrt beliebte App
Russen greifen zu ungewöhnlichen Kommunikationsmitteln
03.04.2026 – 16:53 UhrLesedauer: 1 Min.
Wladimir Putin: Er gilt als Fan von Festnetztelefonen. (Quelle: Aleksey Nikolskyi via www.imago-images.de/imago-images-bilder)
Der Kreml schränkt digitale Kommunikation in Russland massiv ein. Einige Bürger weichen deshalb auf höchst ungewöhnliche Wege aus, um miteinander in Kontakt zu bleiben.
In Russland weichen viele Menschen angesichts staatlicher Einschränkungen von Messengerdiensten auf ungewöhnliche Kommunikationswege aus. Nachdem die Medienaufsicht Roskomnadsor den Zugang zu Telegram weiter einschränkt, nutzen einige Nutzer alternative Plattformen und sogar Alltagsgeräte, um miteinander in Kontakt zu bleiben.
Hintergrund ist die zunehmende Kontrolle digitaler Kommunikation in Russland. Bestimmte Dienste werden gezielt blockiert oder eingeschränkt. Gleichzeitig existiert eine staatlich festgelegte Liste von Anwendungen und Webseiten, die auch bei Internetausfällen erreichbar bleiben. Diese Vorgaben beeinflussen, welche Kanäle für den Austausch genutzt werden können.
Einige Nutzer greifen deshalb auf Kleinanzeigenplattformen zurück. So berichteten Medien über eine Anzeige auf der Seite Avito, die nicht dem Verkauf diente, sondern als Kommunikationskanal zwischen Bekannten genutzt wurde. Solche Angebote werden allerdings häufig gelöscht, da sie gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen.
Darüber hinaus kommen technische Umwege zum Einsatz. In sozialen Netzwerken kursieren Berichte über Gespräche über internetfähige Haushaltsgeräte wie automatische Tierfütterer mit Kamera oder andere vernetzte Geräte. Auch Online-Spiele, Sprachlern-Apps oder gemeinsam bearbeitbare Dokumente werden vereinzelt genutzt, um Nachrichten auszutauschen.
Diese Lösungen gelten jedoch als umständlich und wenig verlässlich. Als effektivstes Mittel, um Beschränkungen zu umgehen, gelten weiterhin sogenannte VPN-Dienste, mit denen sich staatliche Sperren häufig umgehen lassen.
