Alibaba veröffentlicht drei proprietäre KI-Modelle und stellt sich von Open-Source auf Enterprise-Dienste um. Die Aktie notiert deutlich unter dem Jahreshoch, während das Cloud-Geschäft stark wächst.

Alibaba hat innerhalb von drei Tagen drei proprietäre KI-Modelle veröffentlicht — und damit einen klaren Strategiewechsel vollzogen. Weg von frei zugänglichem Code, hin zu kostenpflichtigen Enterprise-Diensten. Der Umbau kommt zu einem schwierigen Zeitpunkt: Die Aktie steht unter erheblichem Druck, und die jüngsten Quartalszahlen haben Fragen zur Marge aufgeworfen.

Drei Modelle, eine Botschaft

Den Auftakt machte ein Update der Bildgenerierungsplattform, gefolgt von Qwen 3.5-Omni — einem multimodalen Modell, das Text, Sprache und Bilder verarbeitet. Den Abschluss bildete am 2. April Qwen 3.6-Plus, ein Sprachmodell mit Fokus auf automatisiertes Programmieren und KI-Agenten-Fähigkeiten.

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Alle drei Modelle sind Closed-Source. Entwickler können den Code weder herunterladen noch für eigene Zwecke anpassen. Qwen 3.6-Plus ist ausschließlich über Alibabas Cloud-Plattform Bailian verfügbar — ab 2 Yuan (rund 0,29 US-Dollar) pro Million Eingabe-Token.

Das ist ein deutlicher Bruch mit der bisherigen Praxis. Frühere Qwen-Versionen wurden als Open-Source veröffentlicht und trugen dazu bei, Alibabas Reichweite in der Entwickler-Community aufzubauen. Jetzt soll das KI-Portfolio direkt Umsatz generieren.

Leistung und Führungswechsel

Technisch kann sich Qwen 3.6-Plus messen lassen: In den Programmierbenchmarks SWE-bench und Terminal-Bench 2.0 erreicht das Modell vergleichbare Werte wie Anthropics Claude Opus 4.5. Das Modell kann komplexe Programmieraufgaben aufteilen, Code schreiben, testen und iterativ verbessern — und dabei auch Screenshots oder Design-Entwürfe als Eingabe verarbeiten.

Intern war es zuletzt turbulent. Alibabas KI-Sparte hat 2026 bereits drei leitende Mitarbeiter verloren, darunter Qwen-Technikchef Lin Junyang. Als Nachfolger wurde Hao Zhou berufen, zuvor beim Gemini-Team von Google DeepMind tätig. Gleichzeitig stellt Alibaba konsequent um: Über 80 Prozent der offenen Stellen entfallen inzwischen auf KI-Rollen.

Solides Cloud-Fundament, schwache Gesamtzahlen

Die strategische Logik hinter dem Pivot stützt sich auf das Cloud-Geschäft. Der Cloud-Umsatz wuchs im jüngsten Quartal um 36 Prozent auf 43,3 Milliarden Yuan — KI-bezogene Produkte legten dabei zum zehnten Mal in Folge dreistellig zu. Das Management hat sich ein ambitioniertes Ziel gesetzt: Innerhalb von fünf Jahren sollen Cloud und KI zusammen mehr als 100 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz einbringen.

Die Gesamtzahlen für Q3 FY2026 (Quartal bis Ende Dezember 2025) zeichnen ein gemischtes Bild. Der Gesamtumsatz stieg zwar um 2 Prozent auf 284,8 Milliarden Yuan. Das operative Ergebnis brach jedoch um 74 Prozent ein, das bereinigte EBITA fiel um 57 Prozent auf 23,4 Milliarden Yuan — die Marge sank von 20 auf 8 Prozent. Der freie Cashflow halbierte sich mehr als, er fiel um 71 Prozent auf 11,3 Milliarden Yuan, vor allem durch Investitionen in das Quick-Commerce-Geschäft.

Aktie unter Druck

Die Aktie (ADR) notiert aktuell bei 122,05 US-Dollar — rund 21,6 Prozent unter dem Jahresanfangsniveau und knapp 37 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 192,67 US-Dollar. Zusätzlich belasten Sorgen um eine Eskalation im Handelskonflikt zwischen den USA und China das Sentiment.

38 von 39 Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 189,29 US-Dollar. Am 14. Mai legt Alibaba die nächsten Quartalszahlen vor — dann wird sich erstmals ablesen lassen, ob die Umstellung auf kostenpflichtige KI-Modelle tatsächlich in messbaren Mehreinnahmen ankommt oder ob die Investitionskosten die Margen vorerst weiter belasten.

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