4. April 2026, 12:57 Uhr |
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Vorinstallierte Apps gelten für viele als fester Teil des Smartphones. Umso sensibler wird es, wenn ausgerechnet dort Inhalte auftauchen, die eher nach Vermarktung aussehen.

Viele nutzen auf dem Smartphone ganz selbstverständlich Wetter, Uhrzeit oder Hinweise des Systems. Gerade deshalb fällt Werbung dort sofort auf. Über solche Einblendungen auf Honor-Geräten wird schon seit ungefähr drei Monaten berichtet, allerdings waren nur wenige Regionen betroffen. Inzwischen verdichten sich Hinweise, dass sich das bald ändert.

Werbung auch in Europa

WinFuture“ zufolge wurde die Praxis zunächst vor allem aus Staaten des Mittleren Ostens bekannt. Dort sollen Werbeinhalte in ab Werk installierten Apps auftauchen, etwa in der Wetter-Anwendung und in weiteren Diensten des Systems. Inzwischen gibt es Hinweise darauf, dass sich das Vorgehen auch nach Europa ausweitet. Als Anzeichen gelten neue Nutzungsbedingungen, denen Nutzer laut Berichten auf Reddit seit Kurzem auch in Europa nach Softwareaktualisierungen zustimmen sollen.

Das ist deshalb besonders kritisch, weil sich solche System-Apps oft nicht einfach entfernen lassen. In gratis angebotenen Anwendungen wird Werbung eher akzeptiert. In fest integrierten Programmen fühlen sich Anzeigen aufgezwungen an.

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Werbung bei anderen Hersteller

Honor fällt seit Jahren mit vergleichsweise günstigen Preisen auf. Deshalb lässt sich Werbung zur Finanzierung des Angebots zumindest teilweise nachvollziehen. Ein neuer Schritt wäre das aber nicht. Xiaomi hatte schon vor Jahren bestätigt, Anzeigen im eigenen Betriebssystem einzubauen. Diese erschienen unter anderem in vorinstallierten Programmen wie dem Musik-Player und sogar in den Einstellungen. Teilweise waren sie dort als „Empfehlung“ gekennzeichnet.

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Auch bei Honors teuren Geräten

Offenbar sind bei Honor allerdings nicht nur günstige Geräte betroffen. Selbst beim Honor Magic 7 Pro, das aktuell mehr als 700 Euro kostet, soll es entsprechende Einblendungen geben. Dazu kommt noch ein weiterer Punkt: Die Inhalte sind nicht immer klar als Werbung zu erkennen. Teilweise wirken sie eher wie Empfehlungen oder wie zusätzlicher Inhalt innerhalb der Oberfläche. So wird es noch schwieriger, echte Funktionen und kommerzielle Inhalte sauber auseinanderzuhalten. Für eine Marke, die im Premium-Segment stärker Fuß fassen will, kann das zum Problem werden. Wer viel Geld für ein Smartphone ausgibt, erwartet in dieser Klasse ein möglichst störungsfreies Nutzungserlebnis ohne zusätzliche Werbeeinblendungen.