In Runde 25 der Bundesliga-Saison 2025/26 trafen am Karsamstag am Innsbrucker Tivoli mit der WSG Tirol und dem RZ Pellets WAC nicht nur zwei Tabellen-Nachbarn (Zehnter kontra Elfter) aufeinander, sondern jene Teams, die einzig heuer in der Qualigruppe noch sieglos sind. Während die Wolfsberger zumindest einen Zähler holten, warteten die Wattener noch auf den ersten Punkt. Den es in den Grunddurchgang-Duellen jeweils gab (1:1, 0:0). Doch diesmal brauchten beide mehr, geht es doch um den Liga-Verbleib für WSG & WAC. Die Kärntner legten vor, doch die Gastgeber drehten die Partie zum verdienten 3:1 (0:1)-Sieg.

Wurde zur tragischen Figur: Der 32-jährige Oberösterreicher René Renner, der kurz nach dem Seitenwechsel beim Stand von 1:0 für die Wölfe mit einem strammen Linksschuss die Torlatte touchierte und praktisch im Gegenzug unglücklich den Handelfmeter verursachte, der zum Tiroler Ausgleich führte. Am Ende kassierten die Wolfsberger die achte Auswärts-Niederlage in Folge.

Comeback von Matthäus Taferner, WAC mit gleicher Startelf wie gegen SCR Altach

Nach Niederlagen in allen sieben Auswärtsspielen seit Traineramt-Übernahme von Ismail Atalan, der in dieser Saison heute erstmals auf die WSG traf (zuvor Didi Kühbauer und Peter Pacult), kamen die Wölfe nicht gerade mit breiter Brust ins Heilige Land. Doch auch die im Grunddurchgang positiv überraschende WSG Tirol, die in dieser Saison wiederholt bewiesen hat, dass das Semlic-Team jeden Gegner besiegen kann (…frag nach bei den Meistern der vergangenen Jahre in Graz und Salzburg…), war in Zugzwang.

Nach der 1:5-Klatsche gegen den GAK 1902 in Teil eins des Heimspiel-Doppels wollten sich die Wattener rehabilitieren. Bei den Gastgebern kehrte der vier Partien verletzungsbedingte fehlende Mittelfeld-Antreiber Matthäus Taferner als einzige Startelf-Veränderung zurück, während sein Ex-Klub mit der gleichen „Starting-Eleven“ begann wie vor der Länderspielpause gegen den anderen West-Klub, dem SCR Altach (daheim 1:1).

Der etatmäßige Kapitän Dominik Baumgartner somit wieder auf der Bank, nachdem der 29-jährige Abwehrakteur beim ersten Duell am Innsbrucker Tivoli noch mitwirkte. An jenem 31. August 2025 gab es einen Blitzstart, legte der WAC durch Markus Pink  (2.) vor, ehe Böckle kurz darauf (4.) schon den 1:1-Endstand besorgte.

WAC-Führung dank Co-Produktion von Zukić und Ngankam

Auch diesmal ließen sich beide Teams nicht lange bitten, klappten das Visier hoch und fanden die Gastgeber die erste Torchance vor. Corner von rechts durch Baden-Fredriksen an den Fünfmeterraum, wo Boras mit dem Kopf den Ball touchierte – hauchzart am langen Pfosten vorbei (6.). Dann blitzschnell vorgetragener Konter der Gäste über Top-Assistgeber Dejan Zukić, der bei seiner zehnten Torvorlage am Sechzehner Jessic Ngankam bediente.

Der 25-jährige Berliner vollendete in Torjägermanier mit einem platzierten Rechtsschuss aus 16 Metern in die Maschen zu seinem ersten Saisontor im vierten Einsatz (9.). Der Stürmer ja seit Februar bis Juni ausgeliehen vom deutschen Bundesligisten Eintracht Frankfurt. Die Wattener sogleich mit der Reaktion. Taferner mit beherztem Solo, legte auf für Moritz Mels, dessen Direktabnahme aus elf Metern Torhüter Polster parierte (19.).

Auf der Gegenseite schloss Zukić nach feinem Gattermayr-Zuspiel zu zentral ab, Schlussmann Stejskal stellungssicher (30.). Ansonsten allerdings klares Abschlussplus für die Gastgeber (11:3), doch nachdem Böckle, Wels und Baden-Fredriksen (Freistoß) weitere Ausgleichschancen ausließen, blieb es beim 0:1 zur Pause für die effizienten Kärntner.

Brachte sein Team ins Spiel zurück: Valentino Müller traf mal wieder souverän vom Punkt und wuchtete mit rechts den Handelfmeter zum 1:1-Ausgleich in die Maschen. Bereits das zehnte Saisontor für den WSG Tirol-Kapitän

Pechvogel René Renner / Valentino Müller cool beim Elfmeter

Die zweite Hälfte eröffnete die WSG mit einer Topchance für Moritz Wels, dessen Direktabnahme in Bedrängnis aus wenigen Metern Keeper Nikolas Polster im Verbund mit der Stange tollkühn entschärfte (47.). Aluminumtreffer dann auf der Gegenseite nach dem strammen Linksschuss von René Renner (56.), der dann zum Pechvogel wurde und einen Taferner-Schussball mit der Hand ablockte.

WSG-Kapitän Valentino Müller verwandelte den fälligen Elfmeter zum 1:1-Ausgleich (59.). Das Semlic-Team wollte nachlegen und hätte beinahe den zweiten Strafstoß bekommen, doch zuvor wurde eine, wenn auch sehr knappe, Abseitsposition von Baden-Fredriksen geahndet (69.). Doch dann drehten die Wattener doch die Partie. Nach einem Corneball von Baden-Fredriksen fand das Spielgerät über Lawrence und Müller den Weg zu Ole-Adebomi, der zum 2:1 vollendete (77.). Sturmpartner Moritz Wels, der zuvor bereits zwei Toptorchancen ausließ, sorgte in der Nachspielzeit dann für den 3:1-Endstand in seinem 50. BL-Spiel.

Nächsten Samstag für beide Teams gegen OÖ-Klubs

Am nächsten Samstag empfängt der RZ Pellets WAC den neuen Qualigruppen-Spitzenreiter SV Oberbank Ried, während die WSG Tirol zeitgleich beim anderen OÖ-Klub, Schlusslicht FC Blau-Weiß Linz, das heute mit 1:2 beim GAK 1902 unterlag, gastiert. Mit einem Sieg in Linz haben Müller & Co. die Chance, den Vorsprung auf den Tabellenletzten auf elf Punkte auszubauen und praktisch den Klassenerhalt zu sichern.

Bundesliga-Saison 2025/26, Runde 25, Qualigruppen-Runde 3

Karsamstag, 4. April 2026, 17 Uhr, Stadion Tivoli in Innsbruck, SR: Alexander Harkam

WSG Tirol vs. RZ Pellets WAC 3:1 (0:1)

WSG Tirol (3-4-3): Stejskal – Boras, Lawrence, Kubatta – Naschberger (60. Sulzbacher), Taferner, V. Müller (K), Böckle – Baden Frederiksen (78. Sabitzer), Ola-Adebomi (90. Hinterseer), Wels. Trainer: Phillip Semlic.

Wolfsberger AC (4-2-3-1): Polster – Matić, Wohlmuth, N. Wimmer (K), Renner – Sulzner (83. Agyemang), Kujović – Gattermayer (83. Kojzek), Zukić, Avdijaj (69. Atanga) – Ngankam. Trainer: Ismail Atalan.

Torfolge: 0:1 Ngankam (9., Zukić), 1:1 V. Müller (59., Handelfmeter), 2:1 Ola-Adebomi (77., V. Müller), 3:1 Wels (90.+4, Sulzbacher)

Gelbe Karten: Keine

SPIELFILM im Ligaportal-LIVETICKER

Fotocredit: Gepa-Admiral