Ibrahim Maza von Bayer 04 Leverkusen feiert das Tor zum 5:3

Stand: 04.04.2026 • 17:37 Uhr

Dem VfL Wolfsburg reicht auch eine 3:1-Führung bei Bayer Leverkusen nicht für den Befreiungsschlag, am Ende gehen die „Wölfe“ sogar unter und taumeln in der Fußball-Bundesliga in Richtung Abstieg.

In der ersten Halbzeit sah es noch nach einem unverhofften Sieg für die abstiegsbedrohten Wolfsburger aus: Der VfL lag nach den Toren von Jonas Wind (16. Minute), Joakim Maehle (31.) und Christian Eriksen (38.) mit 3:1 vorne, Alex Grimaldo (30.) traf zum zwischenzeitlichen Ausgleich.

Doch die Leverkusener zeigten ein starkes Comeback: Erneut Grimaldo (44.), der eingewechselte Patrik Schick (53.) und Edmond Tapsoba (68.) drehten die Partie. Ibrahim Maza (73.) und Malik Tillman (90.+6) sorgten am Ende für den deutlichen 6:3-Sieg.


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28. Spieltag

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Die Leverkusener, die zuvor fünf Pflichtspiele in Folge nicht gewinnen konnten, hielten mit dem Sieg die Hoffnung auf die Champions-League-Qualifikation am Leben. Die Werkself hat mit 49 Punkten als Sechster aber weiterhin vier Punkte Rückstand auf den vierten Platz, der in jedem Fall für die Königsklasse reicht.

Wolfsburg bleibt bei 21 Punkten stehen – mit drei Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz, der aber nach den Sonntagsspielen noch wachsen könnte.

Wolfsburgs Hecking: „Momentum nicht auf unserer Seite“

Die Wolfsburger, die in der Rückrunde weiter sieglos sind, warten damit auch unter Dieter Hecking weiter auf eine Wende. Wolfsburgs Coach gab sich im Sportschau-Interview kämpferisch: „Wir haben in der ersten Halbzeit vieles von dem umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben“, sagte Hecking und haderte auch mit einigen Entscheidungen des Schiedsrichter-Gespanns: ein nicht geahndeter Elllenbogenschlag des bereits verwarnten Tapsoba und der „unmögliche Elfmeter“, der zum 1:1 führte. In einigen Situationen war „das Momentum nicht auf unserer Seite“, so Hecking, sein Team sei dann aber auch zu passiv gewesen: „Wir haben zu viele Torschancen zugelassen. Hinten raus war es dann zu einfach, wie Leverkusen zu weiteren Toren gekommen ist.“

Leverkusens Coach Kasper Hjulmand sprach im Sportschau-Interview nach dem Spiel von einem „Rollercoaster“ und lobte den Charakter seines Teams: „Die erste Halbzeit war natürlich schwierig, mit drei Gegentoren. Aber wir sind sehr gut zurückgekommen und haben weiter attackiert, auch nach dem 5:3. Ich bin sehr zufrieden.“

Wolfsburg mit starkem Beginn, Leverkusen im Verwaltungsmodus

Der Tabellenvorletzte aus Wolfsburg spielte von Beginn an so, als hätten sie während der Länderspielpause den Ernst der Lage verinnerlicht: Mohamed Amoura hätte schon in der vierten Minute fast für einen Traumstart gesorgt, bekam den Ball im Strafraum von Eriksen in den Lauf serviert, setzte den Schuss knapp über die Latte.

Für Leverkusen hätte dies eigentlich ein Weckruf sein müssen, doch die Werkself blieb erst einmal im Verwaltungsmodus und zeigte sich defensiv sehr sorglos: Vor allem Loic Badé wirkte auf der linken Abwehrseite desorientiert: Erst verursachte er völlig unbedrängt bei einer Kopfball-Rückgabe einen Eckball. Richtig schlecht sah er dann beim Wolfsburger Führungstreffer aus, als er sich bei einem hohen Ball in den Strafraum komplett verschätzte und Wind entwischen ließ, der den Ball an Mark Flekken vorbei unter die Latte jagte.

Leverkusen spielte weiter so, als ob es die Qualifikation für die Champions League schon in der Tasche hätte. Amoura hätte nach 23 Minuten fast das 2:0 nachgelegt, setzte den Ball aber freistehend rechts am Pfosten vorbei.

Elfmeter-Geschenk für Leverkusen

Leverkusen fand weiter keinen Zugriff, durfte sich aber über ein Elfmeter-Geschenk freuen: Ibrahim Maza ging im Laufduell gegen Maehle zu Boden, der Däne hatte beim Zweikampf höchstens minimal den Arm nicht angelegt – Schiedsrichter Martin Petersen reichte dies für einen Strafstoß. Grimaldo traf sicher zum Ausgleich.

Wolfsburg hatte sofort eine Antwort: Vom Anstoß nach dem Gegentreffer dauerte es keine zehn Sekunden, bis der Ball bei Maehle landete. Der dänische Mittelfeldspieler jagte den Ball mit einem satten Schuss aus knapp 25 Metern genau ins Eck.

Drei Wolfsburger Dänen sorgen für zwischenzeitliche 3:1-Führung

Die Wolfsburger hatten jetzt richtig Selbstvertrauen, spielten weiter zielstrebig nach vorne: Tapsoba kam im Laufduell gegen Amoura zu spät und traf Wolfsburgs Stürmer in die Hacken – es gab den nächsten Strafstoß. Eriksen schickte Flekken ins falsche Eck – es traf auch der dritte Wolfsburger Däne, der mit seinem Land in den WM-Playoffs gescheitert war.

Leverkusen wachte aber im Anschluss endlich auf: Erst köpfte Maza nach einer perfekten Vorlage von Grimaldo aus kurzer Distanz neben den Kasten. Dann besorgte Grimaldo aber vor der Pause noch selbst den Anschluss. Ezequiel Fernandez legte an der Strafraumgrenze mit viel Übersicht quer, und Grimaldo setzte den Ball mit noch mehr Auge ins kurze Eck.

Schick kommt zur Pause, Leverkusen schafft Comeback

Leverkusens Coach Hjulmand reagierte und brachte zur Pause Schick als Sturmspitze. Die Leverkusener verstärkten den Druck. Die Wolfsburger waren defensiv gefordert – und zeigten, warum sie in dieser Saison zuvor schon 16-mal als Verlierer vom Platz gegangen waren: Sael Kumbedi ging kurz hinter der Strafraumgrenze sehr unglücklich von hinten in den Zweikampf gegen Nathan Tella, es gab den nächsten Elfmeter. Schick blieb eiskalt und besorgte vom Punkt den Ausgleich.

Leverkusen setzte nach, die Wolfsburger verloren jetzt bei fast jedem Angriff den Überblick: Vor dem 4:3 bekamen mehrere VfL-Verteidiger den Ball nicht aus der Gefahrenzone, Tapsoba nutzte die unübersichtliche Situation und traf ins lange Eck.

Bei den Wolfsburgern lagen die Nerven blank – Vinicius Souza faltete nach dem Rückstand Amoura zusammen – und musste von seinen Gegenspielern zurückgehalten werden.

Den Leverkusenern reichten 20 Minuten, um eine eigentlich verkorkste Partie zu drehen. Wolfsburg brach in der Defensive völlig ein. Maza legte mit einem Schuss aus spitzem Winkel den fünften Treffer nach – die Partie war entschieden.

Wolfsburg gibt zum siebten Mal Führung aus der Hand

In der Nachspielzeit sorgte dann Ernest Poku für ein letztes Highlight, tanzte an der Grundlinie zwei Gegner aus und legte zurück auf Tillman, der zum sechsten Treffer einschob.

Zum insgesamt siebten Mal in dieser Saison gingen die Wolfsburger nach eigener Führung als Verlierer vom Platz. Nach der 3:6-Packung haben sie mit 63 Gegentreffern nun auch offiziell gemeinsam mit Heidenheim die schwächste Abwehr der Liga. Viele Gelegenheiten bleiben nicht mehr, um die nötigen Punkte für den Klassenerhalt zu sammeln.

Leverkusen in Dortmund, Wolfsburg gegen Frankfurt

Für Bayer Leverkusen geht es am 29. Spieltag mit dem Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund weiter (Samstag, 15.30 Uhr). Wolfsburg empfängt ebenfalls am Samstagnachmittag (15.30 Uhr) Eintracht Frankfurt.


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