Schokolade ohne Kakao: Erstmals liegen zu Ostern in Norddeutschland Produkte der Marke Choviva in den Supermärkten. Die kakaofreie Schoko-Alternative basiert laut dem Hamburger Verbraucherschützer Armin Valet auf Sonnenblumenkernen. Die wichtigsten Fragen und Antworten zu der süßen Neuerung.
Was ist Choviva?
Für das Ersatzprodukt nutzt das Münchner Start-up Planet A Foods nach eigenen Angaben Sonnenblumenkerne statt Kakao. Diese würden fermentiert und geröstet, wodurch „schokoladentypische Aromen“ entstünden. Im Anschluss werden die Kerne gemahlen, mit pflanzlichen Fetten, Zucker und teils mit Milchpulver vermischt, dann conchiert und gewalzt, bis die Konsistenz der normaler Schokolade ähnelt. Verbraucherschützer Valet betont: „Rechtlich ist Choviva keine Schokolade.“
Aus „Schoko-Tatzen“ werden „Süße Tatzen“: Rewe setzt Choviva bei seinen Eigenmarken ein.
Foto: VZHH
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In welchen Produkten steckt Choviva?
Laut Hamburger Verbraucherzentrale findet sich die Sonnenblumen-Schoko mittlerweile unter anderem in Müslis und Keksen, sie kommt aber auch als Tafel und Riegel vor. Der französische Schokoladenhersteller Abtey hat erstmals Osterhasen und Ostereier mit Choviva produziert. In Deutschland nutzen unter anderem Nestlé, DeBeukelaer, Kölln, Jokolade und Rewe mit seinen Eigenmarken das Ersatzprodukt.
Wie schmeckt Choviva-„Schokolade“?
Hersteller Planet A verspricht: Die gemahlenen Sonnenblumenkerne würden zu einer „zartschmelzenden Köstlichkeit“ verarbeitet, „die genauso schmeckt und aussieht wie Schokolade“. Choviva gibt es, ähnlich wie Schokolade, als dunkle, weiße, Vollmilch- und vegane Variante.
Weihnachtsmänner und Osterhasen aus Schokolade werden laut Verbraucherschützer Armin Valet Jahr für Jahr teurer.
Foto: Markus Lorenz
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Was sind die angeblichen Vorteile?
Planet A verweist auf einen deutlich geringeren CO2-Fußabdruck, da die Sonnenblumenkerne aus Europa stammen. Lange Transportwege fielen weg, künstliche Aromastoffe und Geschmacksverstärker würden nicht beigemischt.
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Ist der Schoko-Ersatz günstiger?
Überraschenderweise – nein. Die Verbraucherzentrale hat bei vielen Produkten nach der Umstellung auf Choviva „keine nennenswerten Preisunterschiede“ beobachten können. Die neuen Choco Crossies Snack Vibes von Nestlé mit der Ersatzzutat seien im Grundpreis sogar zehn Prozent teurer als die kakaohaltige Version. Die Preise für klassische Schokoladenprodukte haben sich laut Valet in den vergangenen Jahren in etwa verdoppelt, Hauptgrund war die deutliche Verteuerung bei Rohkakao.
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Was raten die Verbraucherschützer?
Wer nach einer Alternative zu Schokolade sucht, könne durchaus zu Produkten mit Choviva greifen, sagt Armin Valet. Er fordert aber eine einheitliche und eindeutige Kennzeichnung. Noch seien Choviva-Hinweise auf den Verpackungen leicht zu übersehen. Durch klarere Kennzeichnung würde sich die neuartige Schokolade auch besser von Imitaten abheben, die weiterhin Kakao enthalten, aber teure Kakaobutter durch billigere Fette ersetzen.