OMV hat den neuen Polyolefin-Komplex Borouge 4 in Betrieb genommen, was die neue Konzernarchitektur untermauert. Die finanzielle Wirkung auf die Dividende 2026 ist jedoch begrenzt.

Borouge 4 ist am Netz. Mit der Inbetriebnahme des Polyolefin-Komplexes in Abu Dhabi liefert OMV den ersten operativen Beweis, dass die neue Konzernarchitektur nicht nur auf dem Papier existiert — und das kurz vor dem Q1-Trading-Update am 9. April.

Was Borouge 4 zum Konzern beiträgt

Der Komplex gehört zu 30 Prozent OMV und zu 70 Prozent ADNOC. Er verfügt über einen Ethankracker mit 1,5 Millionen Tonnen Jahreskapazität sowie eine Polyethylen-Kapazität von 1,4 Millionen Tonnen. Die Produktion wird im Laufe des Jahres schrittweise hochgefahren.

Finanziell erwartet OMV einen kumulierten Nettogewinn von 400 Millionen US-Dollar aus dem neuen Komplex — bei einer jährlichen Ergebniszuwachsrate von rund 10 Prozent nach vollständigem Anlauf. Mit Borouge 4 kommt die neu gegründete Borouge Group International AG auf eine Gesamtkapazität von 13,6 Millionen Tonnen in Europa, dem Nahen Osten und Nordamerika. Identifizierte EBITDA-Synergien von über 500 Millionen US-Dollar jährlich sollen zu 75 Prozent bereits in den ersten drei Jahren realisiert werden.

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Dividende 2026 unter Anpassungsdruck

Das neue Konstrukt hat einen kurzfristigen Preis: Für das Geschäftsjahr 2026 zahlt Borouge International lediglich die zweite Dividendentranche aus — was den Effekt auf die OMV-Dividende auf rund 0,60 bis 0,70 Euro je Aktie reduziert. Ab 2027 greift das neue Ausschüttungsmodell vollständig: OMV-Aktionäre erhalten dann 50 Prozent der von Borouge International weitergeleiteten Dividenden sowie 20 bis 30 Prozent des eigenen operativen Cashflows.

Für das Geschäftsjahr 2025 schlägt der Vorstand der Hauptversammlung am 27. Mai eine Gesamtausschüttung von 4,40 Euro je Aktie vor — bestehend aus einer regulären Dividende von 3,15 Euro und einer Sonderdividende von 1,25 Euro.

Hohe Erwartungen, skeptische Analysten

Die Ausgangslage für den 9. April ist komfortabel: Das bereinigte Nettoergebnis 2025 von 1,94 Milliarden Euro übertraf den Analystenkonsens um 3 Prozent, die Verschuldungsquote liegt bei überschaubaren 14 Prozent. Ab dem zweiten Quartal 2026 rechnet das Management mit einem BGI-Ergebnisbeitrag von rund 140 Millionen Euro pro Quartal — ein Puffer, der die strukturelle Abhängigkeit vom Ölpreis schrittweise verringern soll.

Allerdings hat RBC Capital Markets OMV zuletzt auf „Underperform“ herabgestuft und auf globale Überkapazitäten im Chemiesektor, schwache Raffineriemargen und niedrige europäische Erdgaspreise verwiesen. Die Aktie notiert nach einem Plus von rund 28 Prozent seit Jahresbeginn auf einem 52-Wochen-Hoch — eine Messlatte, die das Trading Update am 9. April klar definiert.

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