Der Industriekonzern sieht sich durch verschärfte US-Handelspolitik und Rekord-Energiekosten doppelt belastet. Gleichzeitig fordert er EU-Schutzmaßnahmen gegen Billigimporte.
Der Essener Industriekonzern gerät operativ zunehmend in die Zange. Während das Management die strategische Neuausrichtung durch einen Spartenverkauf vorantreibt, verschlechtern sich die externen Rahmenbedingungen rapide. Eine deutliche Verschärfung der US-Handelspolitik und historisch hohe Energiekosten im Heimatmarkt setzen die Margen derzeit von zwei Seiten unter erheblichen Druck.
Verschärfte US-Handelspolitik
Ab dem 6. April greifen in den Vereinigten Staaten deutlich strengere Einfuhrregelungen für Stahl- und Metallprodukte. Für europäische Exporteure wie Thyssenkrupp bedeutet dies eine spürbare finanzielle Mehrbelastung. Konkret sieht Washington einen Zollsatz von 50 Prozent auf Stahlbalken vor. Eine entscheidende Detailänderung verschärft die Situation zusätzlich: Die Abgaben werden künftig auf den gesamten Zollwert der Ware berechnet und nicht mehr nur auf den reinen Metallanteil. Zudem belegt die US-Regierung Produkte mit einem Stahl-, Aluminium- oder Kupferanteil von über 15 Prozent ab sofort mit einem pauschalen Zollsatz von 25 Prozent.
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Rekordkosten und asiatische Billigimporte
Parallel zu den neuen Hürden in Nordamerika belasten die heimischen Produktionsbedingungen. Der durchschnittliche Dieselpreis in Deutschland kletterte am heutigen Freitag auf einen neuen Rekordwert von 2,466 Euro pro Liter. Für ein logistik- und energieintensives Unternehmen treibt dies die operativen Kosten unmittelbar in die Höhe.
Gleichzeitig fordert der Konzern von der Europäischen Kommission dringende Schutzmaßnahmen gegen asiatische Billigimporte, insbesondere bei kornorientiertem Elektrostahl. Die Auswirkungen dieser Importwelle sind bereits konkret spürbar. In einem französischen Werk kündigte Thyssenkrupp eine temporäre Produktionskürzung bis September an, wodurch bis zu 1.200 Arbeitsplätze gefährdet sind.
Portfolio-Umbau läuft weiter
Um dem operativen Druck zu begegnen, setzt das Management die Verschlankung des Konzerns fort. Ein wichtiger Schritt erfolgte am 1. April mit dem erfolgreichen Verkauf der Sparte Automation Engineering an die Münchener Agile Robots SE. Diese Transaktion erlaubt es der Automotive-Sparte, sich künftig auf Kernbereiche wie Fahrwerktechnik und Komponenten zu fokussieren.
Mit dem Inkrafttreten der neuen US-Zollregelungen am kommenden Montag materialisiert sich eine weitere direkte Belastung für das Exportgeschäft. Die Fähigkeit des Konzerns, die Margen in diesem Umfeld zu verteidigen, hängt nun kurzfristig von der raschen Durchsetzung der geforderten EU-Schutzmaßnahmen gegen asiatische Importe sowie der konsequenten Umsetzung der laufenden Portfolioverschlankung ab.
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