Der Bruder des britischen Königs in Haft? Die Schlagzeilen über Andrew Mountbatten-Windsor und dessen Kontakte zu Jeffrey Epstein gingen um die Welt – so auch ein Bild, das ihn im Auto zeigt, als er die Polizeistation wieder verlassen durfte. Dieses Bild hat es nun in den Pariser Louvre geschafft – als Aktion von Aktivisten.
Die vorübergehende Festnahme von Andrew Mountbatten-Windsor, dem Bruder des britischen König Charles III., sorgte vergangene Woche nicht nur im Vereinigten Königreich für Schlagzeilen. Auch die ersten Bilder nach seiner Entlassung am Abend des 19. Februar gingen um die Welt. Eines dieser Fotos war am Sonntag im Pariser Louvre gerahmt zu sehen.
Dabei handelte es sich allerdings nicht um ein reguläres Bild einer Ausstellung, sondern um eine aktivistische Aktion der Gruppe „Everyone Hates Elon“ („Alle hassen Elon“, als Anspielung auf US-Milliardär Elon Musk). Der ehemalige Prinz ist darauf auf dem Rücksitz eines Autos zu sehen, gezeichnet von der Befragung und den Strapazen der Festnahme, sein rechtes Augen leuchtet rot im Blitz des Pressefotografen. Aufgenommen hat das Bild Reuters-Fotograf Phil Noble vor der Polizeidienststelle Aylsham in Norfolk. Die Aktivisten brachten im Louvre auch einen Untertitel unter das Bild an. Auf der kleinen Plakette stand „He‘s Sweating Now – 2026“, „Jetzt schwitzt er“ – offenbar eine Anspielung auf eine Aussage von Andrew Mountbatten-Windsor in einem BBC-Interview, in dem er sagte, er könne wegen einer posttraumatischen Belastungsstörung nach seinem Militäreinsatz im Falklandkrieg nicht schwitzen.
Das besagte Bild des Reuters-Mitarbeiters von Andrew nach seiner Enthaftung am 19. Februar 2026. Reuters / Phil Noble
Britischen Medien zufolge hing das Bild nicht allzu lange im Pariser Louvre zwischen alten Meisterwerken. Nach 15 Minuten sei es von Mitarbeitern des Museums entfernt worden.
Die Thames Valley Police hatte den jüngeren Bruder von König Charles III. in der vergangenen Woche in Zusammenhang mit dessen Verbindung zu Sexualstraftäter Jeffrey Epstein zwischenzeitlich festgenommen.
Andrews Verwicklungen in den Skandal hatten Großbritannien in Aufruhr versetzt – es war das erste Mal seit mehr als 350 Jahren, dass ein ranghohes Mitglied der Königsfamilie festgenommen wurde. Zu der aktuellen Entwicklung hat sich der Bruder des Königs bisher nicht geäußert. Vorherige Vorwürfe, bei denen es um mutmaßliche Sexualdelikte ging, hatte Andrew immer zurückgewiesen.
Das Bild hing nicht lange im Louvre, bevor es entfernt wurde.louvre Reuters / Nicolas Coupe
Die britische Polizei setzte ihre Ermittlungen im Fall Andrew auf dem Gelände von Schloss Windsor am Montag unterdessen fort. Das berichten unter anderem die Nachrichtenagentur PA und der Sender Sky News.
Andrew Mountbatten-Windsor (66) hatte im Verlauf des Skandals aus der Royal Lodge, einem luxuriösen Anwesen auf dem Schlossgelände, ausziehen müssen. Die Polizei führte dort auch am Wochenende Durchsuchungen durch. Dem früheren Prinzen wird Fehlverhalten in einem öffentlichen Amt vorgeworfen. Er soll in seiner früheren Rolle als Handelsbeauftragter Informationen an den US-Finanzier Epstein weitergeleitet haben.
Am Montagmorgen berichteten die britischen Medien über Untersuchungen der Londoner Metropolitan Police. Hier geht es im Kern um die Frage, ob bei Epsteins mutmaßlichem Menschenhandel mit Privatjets britische Flughäfen genutzt wurden. Im Fokus steht auch der Militärflugplatz Northolt. Der 2019 in Haft gestorbene Multimillionär hatte über Jahre einen Missbrauchsring mit einer bis heute unbekannten, hohen Zahl an Opfern betrieben.
Besondere Aufmerksamkeit erhielt bei den Briten am Sonntagabend der Auftritt von Thronfolger Prinz William und dessen Frau Kate bei der Verleihung der britischen Filmpreise. Der Sohn von Charles – und Neffe von Andrew – wurde gefragt, ob er das vielfach ausgezeichnete Drama „Hamnet“ bereits gesehen habe. „Ich muss in einer ziemlich ruhigen Verfassung sein, und das bin ich im Moment nicht“, antwortete William. Er spare sich den Film auf. (APA/dpa/Red.)
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