Siemens Energy meldet starkes operatives Wachstum mit Rekordauftragsbestand, während die Siemens AG ihren Anteil deutlich reduziert. Die Windkrafttochter Gamesa bleibt eine Herausforderung.

Gasturbinen ausgebucht bis 2028, Auftragsbestand auf Rekordhoch, Nettogewinn fast verdreifacht — und der Mutterkonzern Siemens zieht sich still und leise zurück. Bei Siemens Energy verdichten sich operative Stärke und struktureller Wandel zu einem ungewöhnlichen Gemisch.

Siemens AG reduziert Anteil deutlich

Den unmittelbaren Kursausschlag kurz vor Ostern löste eine Pflichtmitteilung aus: BlackRock hat seine Stimmrechtsposition leicht auf 7,77 Prozent angepasst — das reichte für deutliche Kursgewinne zur Wochenmitte. Am Donnerstag folgten Gewinnmitnahmen, die Aktie schloss 1,64 Prozent tiefer bei 149,70 Euro.

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Weitaus bedeutsamer ist eine zweite Meldung: Die Siemens AG hält nur noch 5,54 Prozent der Stimmrechte — zuvor waren es 14,96 Prozent. Der ehemalige Mutterkonzern hat damit einen erheblichen Teil seiner Beteiligung abgebaut und setzt die Abnabelung konsequent fort.

Operative Zahlen sprechen eine klare Sprache

Hinter den Stimmrechtsbewegungen steht ein Unternehmen in operativer Hochform. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 stiegen die Neuaufträge um 33,9 Prozent auf 17,6 Milliarden Euro, der Auftragsbestand erreichte mit 146 Milliarden Euro einen Rekordwert. Die Sparte Gas Services buchte allein in diesem Quartal 102 Gasturbinen — mehr als die Hälfte des gesamten Vorjahresvolumens. Der Nettogewinn kletterte auf 746 Millionen Euro, fast das Dreifache des Vorjahreswertes.

Die Kapazitäten für Gasturbinen sind laut Unternehmensangaben bis zum Geschäftsjahr 2028 vollständig ausgebucht. Das Jahr 2029 fülle sich schnell, für 2030 lägen bereits erste Buchungen vor.

Flankiert wird das operative Momentum durch strukturelle Nachfrage: Nach der Aufnahme in den Stoxx Europe 50 ist Siemens Energy nun gleichzeitig im DAX, Euro Stoxx 50 und Stoxx Europe 50 vertreten — passiv verwaltete Fonds müssen die Aktie kaufen, unabhängig vom Tagesgeschäft. Hinzu kommt ein laufendes Aktienrückkaufprogramm: Seit März wurden bereits knapp 5,85 Millionen eigene Aktien erworben, bis 2028 sollen Rückkäufe und Dividenden zusammen zehn Milliarden Euro an Aktionäre zurückfließen.

Gamesa und der 12. Mai als nächste Bewährungsproben

Die Windkrafttochter Siemens Gamesa bleibt das ungelöste Kapitel. Das erste Halbjahr wird noch negativ ausfallen, das zweite soll positiv werden — Break-even für das Gesamtjahr bleibt das erklärte Ziel. Im Offshore-Segment erwartet das Unternehmen vorerst Zurückhaltung beim Auftragseingang, weil sich mehrere Auktionen verschoben haben.

JPMorgan hält an einem Kursziel von 200 Euro fest und erwartet ein starkes zweites Quartal. RBC Capital sieht Potenzial bis 185 Euro, was einem neuen Allzeithoch entspräche. Für das Gesamtjahr 2026 bestätigt das Unternehmen 11 bis 13 Prozent Umsatzwachstum, eine Marge von 9 bis 11 Prozent sowie einen Nettogewinn zwischen 3 und 4 Milliarden Euro.

Am 12. Mai legt Siemens Energy die Zahlen für das zweite Quartal vor. Konkrete Fortschritte bei Gamesa und die Entwicklung des Free Cashflow werden dann zeigen, ob die Bewertung mit der operativen Stärke Schritt hält.

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