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Berlin – Die Preise an den Tankstellen steigen täglich weiter – trotz der 12-Uhr-Regel, die eigentlich Entlastung bringen sollte, in der Realität aber das Gegenteil bewirkt. Auch am Ostersonntag mussten Verbraucher wieder tiefer in die Tasche greifen.

Rhein-Main-Gebiet: „Der absolute Wahnsinn“

Ein BILD-Leserreporter meldete sich am Ostersonntag: „Sehr geehrte BILD-Redaktion, während ganz Deutschland über die Rekordpreise von 2,30 Euro bis 2,50 Euro diskutiert, herrscht an den Zapfsäulen im Rhein-Main-Gebiet bereits der absolute Wahnsinn. Ich habe heute (5. April 2026) in der Gegend um Frankfurt/Eschborn Preise dokumentiert, die fassungslos machen. An der AVIA Tankstelle in Eschborn (Bab Westseite 5) wurde die magische Schmerzgrenze nicht nur erreicht, sondern weit überschritten:

• Diesel: 3,16⁹ Euro pro Liter

• Super (E5): 3,03⁹ Euro pro Liter.

BILD checkte die Info, rief die Tankstelle an. Eine Kassiererin dort bestätigte die Preise, die mittlerweile nach unten angepasst wurden (das dürfen die Tankstellen nach der neuen Regel mehrmals am Tag – erhöhen dürfen sie aber nur einmal). Nun liegen sie aktuell bei 2,78 Euro für einen Liter Diesel und 2,63 Euro pro Liter Super (E5).

Der BILD-Leserreporter schickte diesen Screenshot aus seiner Tank-App. BILD rief daraufhin bei der Tankstelle an, um nachzufragen, ob das stimmte. Es stimmte! Später wurde der Preis wieder gesenkt

Der BILD-Leserreporter schickte diesen Screenshot aus seiner Tank-App. BILD rief daraufhin bei der Tankstelle an, um nachzufragen, ob das stimmte. Es stimmte! Später wurde der Preis wieder gesenkt

Foto: Privat

Durchschnitt am Ostersonntag bei 2,30 Euro pro Liter

Nach 12 Uhr kletterte der Superbenzin-Preis im Bundesdurchschnitt auf 2,30 Euro pro Liter, Super E10 stieg auf 2,24 Euro, Diesel stieg auf 2,49 Euro – Rekordpreis! Im Vergleich zum Samstag stiegen die Preise allerdings „nur“ um etwa 0,5 Cent.

Aber blickt man auf die Preise vom vergangenen Sonntag, ist die Preiserhöhung enorm: So stieg Superbenzin um 18 Cent (von 2,12 Euro), E10 um 23 Cent (von 2,01 Euro) und Diesel um 22 Cent (von 2,27 Euro).

BILD-Reporter Georgios Xanthopoulos fotografierte die Preise nach 12 Uhr an der Shell-Tankstelle an der Kölner Straße im Stadtteil Köln-Ensen

BILD-Reporter Georgios Xanthopoulos fotografierte die Preise nach 12 Uhr an der Shell-Tankstelle an der Kölner Straße im Stadtteil Köln-Ensen

Foto: Georgios Xanthopoulos

An einer Shell-Tankstelle in Hamburg dokumentierte BILD-Reporter Jan-Henrik Dobers etwas höhere Preise

An einer Shell-Tankstelle in Hamburg dokumentierte BILD-Reporter Jan-Henrik Dobers etwas höhere Preise

Foto: Jan-Henrik Dobers/BILD

Die 12-Uhr-Regel bringt keine Entlastung

Trotz der neuen Regelung, die seit dem 1. April besagt, dass Tankstellen ihre Preise nur einmal täglich um 12 Uhr anheben dürfen, bleibt eine spürbare Entlastung aus. Vielmehr sind die Preise seit der Einführung dieser Regelung deutlich höher als zuvor.

Auffällig bleibt, dass sich die Preise wieder innerhalb kürzester Zeit radikal verändern: Kurz vor 12 Uhr lag Superbenzin noch bei 2,23 Euro, der E10-Preis bei 2,17 Euro und Diesel bei 2,42 Euro. Das entspricht einem kurzfristigen Anstieg von rund 7 Cent.

BILD-Reporter Robin Mühlebach fotografierte die Preise kurz nach 12 Uhr an einer Agip Service Station in Stuttgart

BILD-Reporter Robin Mühlebach fotografierte die Preise kurz nach 12 Uhr an einer Agip Service Station in Stuttgart

Foto: Robin Mühlebach

Auch die Taktik, „richtig“ zu tanken, bringt immer weniger Ersparnisse – weil das Preisniveau generell hoch ist. Das liegt vor allem am weiterhin angespannten Ölmarkt, auf dem sich keine Entspannung abzeichnet. Wer also sparen möchte, muss genau vergleichen, denn auch kleine Unterschiede in der Preislage zwischen Tankstellen können sich schnell bemerkbar machen. Apps wie „Clever Tanken“ bieten hier eine praktische Hilfe, um den günstigsten Anbieter in der Nähe zu finden.