Erstmals seit drei Jahren trafen in der vor Runde 25 der Bundesliga-Saison 2025/26 Tabellenfünfte LASK und zwei Punkte besser postierte Drittplatzierte FK Austria Wien mal wieder in der Meistergruppe aufeinander. Am Ostersonntag bei herrlichem Frühlingswetter und neuem Rasen in der Raiffeisen Arena peilten die Linzer Athletiker endlich den ersten Dreier in der Finalrunde an, um den den Anschluss zur Spitze zu wahren. Und das Kühbauer-Kollektiv legte furios los und überrollte die Veilchen. Bereits nach 13 Minuten stand es 3:1, zur Pause 4:1, auch am Ende. Bei der Helm-Truppe sah Tin Plavotić früh rot (10.).

Der gebürtige Rieder Samuel Sahin-Radlinger im Kasten der Wiener Austria war heute nicht zu beneiden und kassierte vor der Pause vier Treffer, um dabei bei allein drei Gegentoren von seinen Vorderleuten im Stich gelassen zu werden. Das 3:0 resultierte aus einem präzisen Freistoßtor des LASK. Moses Usor, der am 17. August beim ersten Saisonduell beider Teams auf der Linzer Gugl den 2:1-Siegtreffer erzielt hatte, sorgte per Abstauber für den 4:1-Pausenstand und zugleich -Endstand.

LASK-Lawine in Anfangsviertelstunde / Austria-Albtraum

Für den LASK also Wiener Wochen vor und nach der Länderspielpause, am 22. März beim SK Rapid und heute also gegen die Austria. Gegenüber der 2:4-Niederlage in Hütteldorf nahm Cheftrainer Dietmar Kühbauer, der gestern 55 Jahre wurde, gleich fünf personelle Veränderungen vor. George Bello fehlte verletzt, dafür war erstmals heuer in der Meistergruppe Kapitän Sascha Horvath, gebürtiger Wiener und aus der FAK-Jugend stammend, wieder dabei. Und auch Modou Cissé kehrte zurück in die Startelf und sorgte sogleich für einen Auftakt nach Maß für die Linzer Athletiker.

Die Gastgeber, die im Frühjahr acht ihrer 13 Gegentore nach Standards kassierten, bewiesen, dass sie ihrerseits auch Qualitäten nach einem ruhenden Ball haben. Kurze Cornerball-Variante mit Horvath und Usor, der das Spielgerät aus dem rechten Halbfeld mit links diagonal an den Fünfmeterraum flankte, wo der 20-jährige Cissé seine 1,91 Meter in die Höhe reckte und per Kopfball im 21. BL-Saisoneinsatz seinen ersten Treffer zur Linzer Führung erzielte (4. Min.). Jener Senegalese, der beim Heimspiel im Grunddurchgang gegen die Austria im August noch früh ein unglückliches Eigentor (6.) fabriziert hatte.

Schlüsselszene nach zehn Minuten: Rot für Tin Plavotić

Dann überschlugen sich die Ereignisse. Erst kassierte FAK-Innenverteidiger Tin Plavotić nach VAR-Check die rote Karte (sein zweiter Ausschluss im Frühjahr), die Violetten damit bereits nach zehn Minuten in Unterzahl. Vorausgegangen war eine diskussionswürdige Szene. Dem 28-jährigen Austria-Abwehrspieler fiel der Ball im Duell mit Moses Usor zwar auf die Hand und der Freistoß folglich durchaus berechtigt, doch der Ausschluss eine harte Entscheidung von Referee Jakob Semler.

Die Schwarz-Weißen nutzten es gnadenlos aus. LASK-Dauerbrenner Kasper Jørgensen (in allen 25 BL-Spielen mitwirkend) zirkelte den fälligen Freistoß von halblinks am Sechzehner über die Mauer ins kurze Eck zum 2:0 (11.). Sechstes Saisontor für den 26-jährigen Dänen. Doch der Torhunger war längst noch nicht gestillt, die Linzer legten nach durch Moses Usor, der nach einem abgeblockten Schussball von Sascha Horvath zum 3:0 abstaubte (13.).

Die dezimierten Gäste vom Verteilerkreis völlig überfordert, doch dann mit einer Reaktion beim ersten Angriffsakzent. Nach einem abgewehrten Freistoßball von Johannes Eggestein zog Tae-seok Lee aus der „zweiten Reihe“ platziert ins linke Eck ab – 3:1. Dann war allerdings wieder das spielfreudige, wie entfesselt auftretende Kühbauer-Kollektiv dran, stellte Saša Kalajdžić per Kopfball nach feiner Linksflanke von Andrés Andrade den alten Drei-Tore-Abstand wieder her (32.).

„Give me five“ nun das Motto bei den Oberösterreichern und Moses Usor hatte das 5:1 auch in der Nachspielzeit auf dem Fuß, doch Tae-seok Lee rettete in höchster Not per Tackling (45. +1).

Rabenschwarzer Ostersonntag für die Violetten um Abwehrchef Aleksandar Dragović, der so eine Austria-Anfangsviertelstunde (auch beeinträchtigt durch den frühen Ausschluss für Tin Plavotić) wohl auch noch nicht erlebt hatte. Eine Woche vor dem Wiener Derby daheim gegen den SK Rapid vermied der 35-Jährige zumindest seine fünfte gelbe Karte und wurde vorsorglich von FAK-Coach Stephan Helm – wie auch Kapitän Manfred Fischer – in Minute 71 vom Feld geholt. 

Zwei Aluminium-Treffer von ÖFB-Teamstürmer Saša Kalajdžić 

Den Veilchen blühte nach dem 2:5 daheim zum Meistergruppe-Auftakt am 15. März in der Generali Arena gegen den SK Sturm Graz die nächste Klatsche. Gebrauchter Ostersonntag-Ausflug der Wiener Austria, die mit dem Pausenpfiff erstmal erlöst wurde. Die Linzer hingegen mal wieder mit einem historischen Dreierpack binnen weniger Minuten in dieser Saison. Diesmal in der Anfangsphase, zuvor auf den Tag vor einem halben Jahr am 5. Oktober in einem furiosen Finish mit spektakulärer Aufholjagd nach 0:3 gegen den TSV Hartberg (3:3).

Nach dem Seitenwechsel jagte eine weitere Torchance des ÖFB-Cup-Finalisten (Anm.: bereits 14.000 Tickets aus dem Linzer Lager im Vorverkauf für Klagenfurt am 1. Mai abgesetzt) die andere, hatte allein Angreifer Saša Kalajdžić zwei Aluminiumtreffer (51./57.). Die Athletiker hielten weiter Tempo und Druck hoch, während bei den Gästen Schlussmann Sahin-Radlinger weitere Gegentore gegen Usor (59.) und den eingewechselten Flecker (81.) verhinderte.

Höchster Saisonsieg für den LASK 

Am Ende feiern die Gastgeber ihren höchsten Saisonsieg und setzen ein Statement eine Woche vor dem Gastspiel beim punktgleichen FC Red Bull Salzburg am kommenden Freitag.

Während für die Austria die Generalprobe für das bevorstehende Wiener Derby gänzlich misslang. Am 17. Mai in der letzten Runde haben die Violetten in der Generali Arena die Chance zur Revanche. Doch wer weiß…was bis dahin noch alles passiert in dieser hochspannenden Meisterschaft.

Bundesliga-Saison 2025/26, Runde 25, Meistergruppe Runde 3

Ostersonntag, 5. April 2026, 14:30 Uhr, Raiffeisen Arena in Linz, Z: 12.850 SR: Jakob Semler.

LASK vs. FK Austria Wien 4:1 (4:1)

LASK (3-4-1-2): Jungwirth – Cissé, Tornich, Andradé (85. Mbuyamba) – Jørgensen (78. Flecker), Coulibaly, Horvath (K, 85. Lang), Bogarde – Usor (70. Kacavenda) – Kalajdžić, Adeniran (78. Entrup). Trainer: Dietmar Kühbauer.

FK Austria Wien (3-4-3): Sahin-Radlinger – Wiesinger (61. Radonjic), Dragović (71. Handl), Plavotić – Ranftl, Kang-hee Lee , Maybach (61. Markovic), Tae-seok Lee – Fischer (K, 71. Saljic), J. Eggestein (85. K. Boateng), Barry. Trainer: Stephan Helm.

Torfolge: 1:0 Cissé (4., Kopfball, Assist Usor), 2:0 Jørgensen (12., Freistoß), 3:0 Usor (13., Horvath), 3:1 Tae-seok Lee (16.), 4:1 Kalajdžić (32., Kopfball, Andrade)

Gelbe Karten: Keine

Rote Karte: Plavotić (10., Torraub per Handspiel)

SPIELFILM im Ligaportal-Ticker

Fotocredit: Harry Dostal/www.sport-bilder.at und Gepa-Admiral