Ihr sehnt euch nach einem Blockbuster, den man so richtig spüren kann? Ihr wollt keine matschigen CGI-Schlachten, sondern packende Stunts und eine spannende Geschichte, die bis zur letzten Minute fesselt? Dann haben wir genau den richtigen Film für euch, der euren Sonntagabend in ein Action-Fest verwandelt.

Die Rede ist von Casino Royale, der genialen James Bond-Neuerfindung mit Daniel Craig in der Hauptrolle. Vor rund 20 Jahren startete der Blockbuster im Kino und hauchte der legendären Agentenreihe gekonnt neues Leben ein. Bis heute erzählt er eine der besten Missionen, die 007 im Geheimdienst ihrer Majestät ausgeführt hat.

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Für Casino Royale müsst ihr keinen anderen Bond gesehen haben. Der Film eignet sich perfekt als Neueinstieg, hat aber auch für langjährige Fans einiges zu bieten. Denn Daniel Craigs Doppelnullagent muss sich seine Lizenz zum Töten erst verdienen – und das passiert in einer düsteren wie packenden Eröffnungssequenz.

Mit rauen Schwarz-Weiß-Bildern beginnt dieses Action-Abenteuer, das uns einmal um den Globus führt und Pokerspiele genauso aufregend in Szene setzt wie Verfolgungsjagten. James Bond wird hier als Figur völlig neu definiert: Er ist ein Berserker, der durch Wände bricht, gleichzeitig aber auch eine verletzliche, verschlossene Seite besitzt.

Craig hat die bislang komplexeste Version der Figur geschaffen, die sich sonst viel zu leicht auf ihre äußerlichen Merkmale und ikonischen One-Liner herunterbrechen lässt. Charmant tritt auch dieser James Bond im Smoking in Erscheinung, doch unter der Oberfläche brodelt so viel mehr an unansprochenen Gefühlen, die den Film antreiben.

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Besonders stark ist die Beziehung zu der fabelhaft von Eva Green verkörperten Vesper Lynd, die Bond in eine für ihn ungewohnte Situation bringt. Zeichnete die Reihe bislang eine große Unverbindlichkeit aus – jeder Film eine neue Mission und alle paar Jahre ein Darstellerwechsel –, definiert sich dieser Bond durch Konsequenzen.

Spürbar werden diese Konsequenzen auch beim brillanten Bösewicht, Le Chiffre, der ausnahmsweise nicht durch seine größenwahnsinnigen Pläne auffällt. Stattdessen bringt Mads Mikkelsen einen Gegenspieler in den Film, der ähnlich konfliktgeladen wie Bond durch den Film manövriert und für einige unheimliche Momente sorgt.

Für einen Action-Blockbuster ist Casino Royale ein verblüffend feinfühliger Film, der dann am besten ist, wenn die Figuren in der Dusche gemeinsam weinen. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass es nicht ordentlich kracht. Denn auf dem Regiestuhl sitzt einer der besten Handwerker Hollywoods: Martin Campbell.

Campbell hatte bereits Pierce Brosnans ersten Bond, GoldenEye, ins Kino gebracht. Für Craig inszeniert er einen eleganten Blockbuster, der in den entscheidenden Momenten einiges an Durchschlagskraft besitzt und mit Action-Szenen aufwartet, die niemals langweilig werden, vor allem die Parkour-Stunts im Madagaskar-Segment.

Wenn ihr also noch nicht wisst, was ihr heute Abend schauen sollt, könnt ihr euch in die Hände eines Experten begeben, der die Essenz der Bond-Reihe wie nur wenige verstanden hat – und diese sogar gleich zweimal um neue Impulse erweitern konnte. Casino Royale ist ein grandioser Sonntagabend-Blockbuster.