Thyssenkrupp kämpft mit Produktionsstopps im Stahlgeschäft, Unsicherheit um TK Elevator und dem Verkauf der Automatisierungssparte. Die Aktie notiert auf einem Sechs-Monats-Tief.

Stahl unter Importdruck, eine abgestoßene Automatisierungssparte und eine Aufzugstochter, die zwischen Börsengang und Milliardenübernahme schwankt — Thyssenkrupp jongliert gerade an mehreren Fronten gleichzeitig. Die Aktie quittierte das mit einem neuen 6-Monats-Tief.

Elektrostahl: Volle Unterbrechung ab Juni

Kern des Problems ist das Werk im nordfranzösischen Isbergues. Seit Januar 2026 läuft die Produktion von kornorientiertem Elektrostahl — einem Schlüsselmaterial für Stromnetze — nur noch auf halber Kapazität. Für den Zeitraum Juni bis September ist nun eine vollständige Produktionsunterbrechung angekündigt, als Ursache nennt Thyssenkrupp einen störenden Importanstieg aus Asien. Insgesamt sind 1.200 Arbeitsplätze in Deutschland und Frankreich gefährdet.

Am 3. April forderte Thyssenkrupp Steel Europe die EU-Kommission auf, die europäische Elektrostahlproduktion gezielt zu schützen. Das Problem: Die laufende EU-Schutzmaßnahmenuntersuchung zu kornorientiertem Elektrostahl ist vielversprechend, aber die geplanten Importquotenkürzungen und der 50-Prozent-Schutzzoll erfassen genau dieses Produkt bislang nicht.

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TK Elevator: IPO oder Kone?

Parallel vollzog Thyssenkrupp zwei weitere Schritte beim Konzernumbau. Die bereits im November 2025 angekündigte Übernahme der Automatisierungssparte durch Agile Robots ist nun abgeschlossen — rund 650 Spezialisten und zehn internationale Standorte wechseln in die Münchner Robotikgruppe, das Geschäft läuft künftig unter dem Namen Krause Automation weiter.

Mehr Aufmerksamkeit dürfte TK Elevator auf sich ziehen. Der Aufzugkonzern prüft einen Börsengang und führt nach eigenen Angaben Gespräche mit seinen Anteilseignern. Bloomberg berichtete Mitte März, dass der finnische Wettbewerber Kone Übernahmeinteresse zeige — bei einer angestrebten Bewertung von bis zu 25 Milliarden Euro. Ob eine solche Transaktion kartellrechtlich durchkommt, ist offen: Kone und TK Elevator gehören zu den größten Aufzugherstellern weltweit.

Reicht ein Kone-Angebot aus, um kartellrechtliche Bedenken in Brüssel zu überwinden? TK Elevator erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von 9,2 Milliarden Euro und beschäftigt rund 50.000 Mitarbeiter — die Dimensionen einer solchen Fusion wären erheblich. Ein IPO bleibt damit als Alternative real.

Halbjahresbericht am 12. Mai als nächster Test

Die Aktie verlor seit Mitte März rund 19 Prozent und notiert damit fast 20 Prozent unterhalb der 200-Tage-Linie. Der Halbjahresbericht am 12. Mai 2026 liefert den nächsten konkreten Datenpunkt. Hinzu kommt die ausstehende EU-Entscheidung über die Stahl-Schutzmaßnahmen: Die Trilog-Verhandlungen laufen im Frühjahr, ein Inkrafttreten wird zum 1. Juli 2026 angestrebt. Erst wenn beide Unsicherheiten ausgeräumt sind, dürfte der Titel wieder stabileren Boden finden.

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