Am Ostersonntag sahen die Violetten „schwarz“ gegen den LASK. Was für ein 13 Minuten-Spuk zu Beginn für den neuen Tabellenfünften FK Austria Wien mit dem 0:3 – erstmals gab es in der Bundesliga-Historie ein derartiges Resultat nach 13 Anfangsminuten. Dazu zum dritten Mal vier Gegentore für die Veilchen in Hälfte eins – immer gegen die Linzer Athletiker und gegen die Gastgeber unter Trainer Dietmar Kühbauer im Oberhaus weiter sieglos. Seit der Liga-Reform haben die Favoritner elf Spiele gegen die Schwarz-Weißen verloren – nur gegen den FC Red Bull Salzburg mehr. Nachfolgend WIENER WORTSPENDEN!

Auch wenn Vasilije Markovic und Kang-hee Lee in dieser Szene den eingewechselten Maximilian Entrup stoppen können, geriet die Wiener Austria heute gehörig unter die Räder. Und das bereits in der Anfangsviertelstunde mit drei Gegentoren. Nach dem 2:5 zum Meistergruppe-Auftakt im März gegen Sturm Graz die nächste empfindliche Klatsche für die Veilchen. Wie damals brachen auch heute nach dem Ausschluss – erneut für Tin Plavotić – alle Dämme bei den Violetten.
„Es hat sich ein bisschen so angefühlt wie ein Deja-vu“
Stephan Helm (Cheftrainer FK Austria Wien) über…
…die Anfangsphase:
„Es hat sich ein bisschen angefühlt wie ein kleines Deja-vu. Vor zwei Runden (Anm.: 2:5 gegen SK Sturm Graz) hatten wir eine ähnliche Situation, dass wir eine rote Karte bekommen haben und in der gleichen Aktion einen Rückstand von zwei Toren Unterschied hinnehmen mussten. Dieses Mal haben wir sogar noch eins draufbekommen. Da habe ich mir natürlich auch gedacht, dass wir es nicht mehr hoch gewinnen werden.“
…das Spiel:
„In den ersten paar Minuten sind wir richtig gut reingestartet. Wir waren gleich aggressiv vorne, sind mutig aufgetreten und haben gleich einen Eckball generiert. Dann sind wir mit der mehr oder weniger ersten Aktion des Gegners mit 1:0 in Rückstand geraten. Das sollte eigentlich nicht passieren, aber es passiert. Dann bekommen wir aus einer relativ ungefährlichen Situation eine rote Karte und direkt das Gegentor. Das hat natürlich Einfluss auf den Spielverlauf genommen.“
„Wenn wir zu elft 90 Minuten spielen, sind wir eine Mannschaft, die extrem gefährlich ist für die Gegner“
…die rote Karte:
„Ich sage mal, wenn er Elfmeter gibt, dann ist es ein Kampf um den Ball, dann kommen wir mit der gelben Karte davon. Es lässt sich wahrscheinlich darüber diskutieren, jetzt rückblickend macht es aber sowieso keinen Sinn, er hat so entschieden. Es ist echt schade, weil ich der Meinung bin, dass wir da heute ein richtig attraktives Fußballspiel gesehen hätten. Davon bin ich überzeugt gewesen.“
…seine Gefühlslage:
„Es schmerzt natürlich. Es ist extrem anstrengend, dann diese 70 Minuten so gut wie möglich zu gestalten. Es kostet Energie, aber die Mannschaft hat trotzdem auch wieder gezeigt, dass wir weit davon entfernt sind, in irgendeiner Form auseinanderzubrechen. Alle Spieler, die am Platz waren, haben alles dafür getan, dass wir das Bestmögliche rausholen. Das ist uns in der ersten Halbzeit nicht gelungen, aber ich glaube, weil das so harte Wirkungstreffer in so kurzer Zeit waren.
Die Mannschaft hat trotzdem wieder Charakter gezeigt. Wir werden über die Dinge sprechen, die man kritisch anmerken muss, aber gleichzeitig müssen wir auch wieder daraus lernen. Eines ist klar, wenn wir zu elft 90 Minuten spielen, dann sind wir eine Mannschaft, die extrem gefährlich ist für die Gegner. Aber wenn wir so lange Zeit zu zehnt spielen, dann wird es schwierig.“

Das Ziel, beim LASK zu punkten, verfehlten Kapitän Manfred Fischer und die Violetten diesmal und kehren nach der 1:2-Niederlage im Grunddurchgang am 17. August auch beim zweiten Saison-Gastspiel auf der Linzer Gugl mit leeren Händen an den Verteilerkreis zurück. Und einer „1:4-Watschn“. In der Vorsaison hatte die Wiener Austria noch beide Duelle gegen die Schwarz-Weißen gewonnen.
„Dass Blödeste, was wir jetzt tun könnten, wäre es, komplett den Kopf zu verlieren“
Manfred Fischer (Kapitän FK Austria Wien) über…
…das Spiel:
„Ein sehr bitterer und gebrauchter Tag für uns. Wir sind hergekommen und haben eigentlich sehr viel vorgehabt. Wir waren eigentlich auch gut drauf. Mit der so frühen roten Karte und dem direkt verwandelten Freistoß war das Spiel dann ziemlich schnell gelaufen. Dann haben wir noch das dritte Tor bekommen. Dann war es ganz, ganz schwer. Wir haben es bis zum Schluss probiert, es so gut wie möglich zu machen, aber das Spiel war dann eigentlich gelaufen.“
…das Stimmungsbild vor dem Wiener Derby am nächsten Sonntag:
„Natürlich sind wir heute enttäuscht, morgen vielleicht auch noch. Aber ab Mittwoch werden wir uns auf das Wiener Derby vorbereiten wie auf jedes andere Spiel. Ich glaube, dass Blödeste, was wir jetzt tun könnten, wäre es, komplett den Kopf zu verlieren.
So auf die Art, es funktioniert gar nichts mehr. Das wäre der komplett falsche Zugang. Wir haben schon oft genug gezeigt, dass wir aus schwierigen Phasen noch besser herausgekommen sind. Das werden wir auch jetzt wieder probieren und dafür werden wir alles geben.“
Die Anfangsphase „haben wir komplett verschlafen“
Reinhold Ranftl (Außenspieler FK Austria Wien) über die Anfangsphase:
„Das haben wir komplett verschlafen. Wir sind überhaupt nicht da gewesen. Das reicht dann mit der Atmosphäre einfach nicht. Das war einfach zu schlecht. Der LASK hat dann jede Chance eiskalt ausgenutzt und dann steht es 3:0, bis wir aufwachen. Ein scheiß Sonntag.“
Samuel Sahin-Radlinger (Torhüter FK Austria Wien) über die Anfangsphase:
„Bittere kann ein Start in ein Spiel nicht sein. Wir kassieren dann noch die unglückliche rote Karte und dann war es eine sehr schwierige Situation. Wir haben gehofft, dass wir nicht zerbrechen, aber das ist uns auch nicht gelungen.“
„Es war nie die Gefahr, dass FK Austria Wien nochmal ansatzweise retourkommt“
Thomas Silberberger (Sky Experte) über das Spiel:
„Man hat es dann auch gesehen, als der Deckel drauf war. Das hat der LASK dann schon im Stil einer guten Mannschaft das Ergebnis einfach sehr souverän verwaltet. Es war nie die Gefahr, dass FK Austria Wien nochmal ansatzweise retourkommt. Es war eigentlich die Frage, ob der LASK noch das ein oder andere Tor macht.“
Siehe auch:
LASK nach 4:1 über Austria Wien: „Nach 15 Minuten war die Messe gelesen“
LASK überrollt Veilchen am Ostersonntag! FK Austria Wien früh zu zehnt
SPIELFILM im Ligaportal-Ticker
Torschützenliste Bundesliga 2025/26
Statement-Quelle: Sky Sport Austria
Fotocredit: Gepa-Admiral und Harry Dostal/www.sport-bilder.at