US-israelische Angriffe haben nach iranischen Angaben auch Wohngebiete in Teheran getroffen, während Medien berichten, dass Iran den Großraum Tel Aviv mit Streumunition attackiert hat und damit die Eskalation weiter vorantreibt.

Die USA und Israel haben ihre Luftangriffe im Iran in der Nacht auf Montag fortgesetzt. Dabei wurden laut staatlichen Medien auch Wohngebiete massiv getroffen. In der Hauptstadt Teheran kamen demnach mindestens sechs Kinder ums Leben. Zuvor war von vier Toten die Rede gewesen. Bei einem Bombardement südwestlich von Teheran starben mindestens 13 Menschen, in der Stadt Qom im Zentrum des Landes fünf. Auch aus Israel wurden nach iranischen Attacken Todesopfer gemeldet.

Die staatlich kontrollierten Medien im Iran – wie die Nachrichtenagenturen Fars oder Mehr – beriefen sich auf Rettungsdienste. Die Bergungsarbeiten dauerten ihnen zufolge in den frühen Morgenstunden noch an. Unterdessen teilte die israelische Armee in den frühen Morgenstunden mit, eine weitere Welle an Angriffen in Teheran beendet zu haben.

Bei einem neuen Raketenangriff auf den Großraum Tel Aviv am Montag früh (Ortszeit) setzte der Iran nach israelischen Medienberichten erneut Streumunition ein. Das israelische Nachrichtenportal „ynet“ berichtete von rund 20 Einschlagsorten im Umkreis von Tel Aviv. Nach Angaben des Rettungsdienstes Magen David Adom wurden mehrere Menschen verletzt, darunter eine Frau schwer. In der Stadt Tel Aviv sei eine Schule getroffen worden. Auch ein Armeesprecher sagte, es handle sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit um Streumunition.

Auch im Norden habe es im Umkreis der Hafenstadt Haifa nach einem iranischen Angriff mit Streumunition rund zehn Einschlagsorte gegeben, berichtete „ynet“. Mehrere Autos seien in Brand geraten. In der Nacht waren in Haifa zwei Menschen tot aus einem Gebäude geborgen worden. Dieses war bei einem früheren Angriff von einer iranischen Rakete getroffen worden.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hatte die iranischen Angriffe mit Streumunition auf israelische Städte zuletzt verurteilt. Diese könnten auch Kriegsverbrechen darstellen, hieß es in dem Bericht.

„Der Einsatz von Streumunition durch den Iran in dicht besiedelten Gebieten in Israel stellt eine vorhersehbare und langfristige Gefahr für Zivilisten dar“, sagte Patrick Thompson, Forscher für Krisen, Konflikte und Waffen bei Human Rights Watch. „Die Submunitionen von Streubomben werden über ein weites Gebiet verstreut, wodurch sie rechtswidrig unterschiedslos wirken und gegen das Kriegsvölkerrecht verstoßen.“

Der Iran hat ein weiteres Todesurteil im Zusammenhang mit den jüngsten Massenprotesten vollstreckt. Dem Mann wurde zur Last gelegt, bei den Aufständen im Jänner in eine Militäranlage vorgedrungen zu sein, wie die mit der Justiz verbundene Nachrichtenagentur Misan am Montag berichtete. Drei weitere in dem Prozess verurteilte Männer wurden bereits hingerichtet.

Die Justiz wirft ihnen vor, in einen „militärisch klassifizierten Standort“ der paramilitärischen Basij-Miliz in Teheran eingedrungen und dort Feuer gelegt zu haben. Ein versuchter Diebstahl von Waffen soll gescheitert sein. (APA)

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