Stand: 06.04.2026 13:48 Uhr

Drei Menschen kamen am Ostersonntag bei einer Ostereier-Suche ums Leben, als bei Satrup ein Baum umstürzte. Weitere wurden schwer verletzt. Unter den Opfern sind auch Kinder und Jugendliche. Die Bestürzung im ganzen Land ist groß.

In der Nähe von Satrup in der Gemeinde Mittelangeln (Kreis Schleswig-Flensburg) sind am Sonntagvormittag mehrere Menschen beim Ostereiersuchen von einem umstürzenden Baum getroffen worden. Nach Angaben der Polizei sind dabei drei Personen ums Leben gekommen: Eine 21-jährige Frau, ihre zehn Monate alte Tochter und eine 16-jährige Jugendliche. Eine weitere 18-Jährige wurde schwer verletzt. Ein Polizeisprecher teilte heute mit, dass sie seinen Erkenntnissen zufolge nach einer Operation außer Lebensgefahr sei, aber weiterhin behandelt werde.

Bürgermeisterin von Mittelangeln: „Sprachlos“

Britta Lang (parteilos), Bürgermeisterin der Gemeinde Mittelangeln, zu der auch Satrup und der Ortsteil Satrupholm gehören, sagte im Gespräch mit NDR Schleswig-Holstein, dass sie „sprachlos“ sei. Besonders nah gehe ihr, dass so viele junge Menschen betroffen seien. Das Osterfest, das eigentlich ein Fest der Freude sein solle, sei nun für sehr viele Menschen in der Gemeinde zu einer Zeit der Traurigkeit geworden. Sie bedankte sich bei allen Einsatzkräften.

Video:
Bürgermeisterin: Ein „Osterfest der Traurigkeit“ in Mittelangeln (1 Min)

Gedenkgottesdienst in Satrup

Am Vormittag konnten Menschen in der St. Laurentius-Kirche zu Satrup zwischen 11 und 13 Uhr zum Gedenken an die Opfer und als Dank für die Helfer Kerzen anzünden. Laut Bürgervorsteher Tom Bugislaus (CDU) kamen rund 100 Menschen in die Kirche. Er beschrieb die Atmosphäre im Gespräch mit NDR Schleswig-Holstein als sehr emotional.

SterniPark: Solidarität und Mitgefühl eine „unschätzbare Hilfe“

Der private Träger der Wohneinrichtung, SterniPark, der die Ostereiersuche für die Bewohner und die Angehörigen organisiert hatte, sprach in einer Stellungnahme von einem tragischen Unglück während eines Ausflugs und dankte ebenfalls allen Einsatzkräften der Feuerwehren und Polizei, den Notfallseelsorgern und Mitarbeitern. Sie hätten vor Ort alles Menschenmögliche unternommen, um zu helfen, zu retten und im Schmerz beizustehen, heißt es in der Stellungnahme.

Ostereier neben einem umgestürzten Baum in einem Wald

Nach Angaben der Polizei war die Gruppe aus einem Vater-Mutter-Kind-Wohnheim gerade dabei, Ostereier zu suchen, als ein Baum umstürzte.

„Am Tag nach dem Unglück wird vielen Bewohnerinnen und Bewohnern der Einrichtung in Satrupholm und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gänzlich bewusst, was Furchtbares geschehen ist“, teilte SterniPark NDR Schleswig-Holstein mit. Aus dem Ort und dem ganzen Land kämen Solidarität und Mitgefühl – das sei „eine wichtige und unschätzbare Hilfe“. SterniPark bedankte sich auch bei der Landesregierung für die Beileidsbekundung.

Landesregierung zeigt sich „tief erschüttert“

Am Sonntagnachmittag äußerte sich die Landesregierung zu dem Unglück und sprach den Angehörigen und Verletzten ihre Anteilnahme aus. „Das furchtbare Unglück bei Satrupholm am Ostersonntag erschüttert uns zutiefst“, erklärten Ministerpräsident Daniel Günther, Innenministerin Magdalena Finke (beide CDU) sowie Jugend- und Familienministerin Aminata Touré (Grüne). Aus einem gemeinsamen, freudigen Feiertag sei binnen weniger Augenblicke eine entsetzliche Tragödie geworden. „Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Getöteten, bei den Verletzten und bei allen, die dieses furchtbare Geschehen miterleben mussten“, erklärten Günther, Finke und Touré. Sie wünschten den Betroffenen Kraft und Beistand.

Drei junge Menschen und ein Baby unter Baum eingeklemmt

Vier Personen wurden am Sonntagvormittag unter dem Baum eingeklemmt. Die 16-Jährige und die 21-jährige Frau starben noch am Unfallort. Das zehn Monate alte Baby wurde zunächst mit lebensgefährlichen Verletzungen per Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus nach Kiel gebracht, wo das Mädchen seinen Verletzungen erlag. Nach Angaben der Rettungsleitstelle waren rund 80 Kräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst im Einsatz. Notfallseelsorger kümmerten sich um die anderen Bewohnerinnen und Bewohner sowie Betreuer der Wohneinrichtung.

Stürmischer Wind als Unglücksursache?

Ein umgestürzter Baum

Nach dem Unglück suchen die Ermittler laut Polizei jetzt nach der Ursache.

Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und prüft jetzt genau, warum der 30 Meter hohe Baum umgestürzt ist. Im Fokus steht unter anderem die Frage, ob der Baum zum Beispiel morsch war und ob es entsprechende Warnhinweise in dem Waldgebiet gab. Die Landesforsten seien über den Vorfall informiert worden, erklärte die Polizei.

Der Deutsche Wetterdienst hatte für die Region vor Sturmböen mit Geschwindigkeiten zwischen 55 und 75 Stundenkilometer, in exponierten Lagen auch vor schweren Sturmböen mit 90 Stundenkilometer. Die Polizei-Leitstelle Nord meldete im Laufe des Sonntags 47 sturmbedingte Einsätze – meist ging es um herabgestürzte Äste oder andere kleinere Schäden. Die Rettungsleitstelle Nord zählte 15 Einsätze wegen des Sturms.