BioNTech will durch eine steuerliche Organschaft mit einer Tochtergesellschaft künftige Gewinne mit aktuellen Verlusten verrechnen. Die Aktionäre stimmen im Mai über diesen Schritt und weitere finanzielle Flexibilität ab.
BioNTech bereitet sich auf eine entscheidende Hauptversammlung vor. Während die Einnahmen aus dem Covid-19-Geschäft spürbar wegbrechen, treibt das Unternehmen den teuren Wandel zum Onkologie-Spezialisten voran. Um die anfallenden Verluste in dieser Übergangsphase abzufedern, steht nun ein ungewöhnlicher steuerlicher Schachzug auf der Agenda.
Verlustverrechnung durch neue Struktur
Am 15. Mai 2026 stimmen die Aktionäre auf einem rein virtuellen Treffen über einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der hundertprozentigen Tochtergesellschaft BioNTech Discovery GmbH ab. Ziel dieser Maßnahme ist die Bildung einer steuerlichen Organschaft. Dadurch lassen sich künftige Gewinne der Tochter direkt mit den Verlusten der Muttergesellschaft verrechnen. Angesichts eines Nettoverlusts von 1,14 Milliarden Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 ist diese Optimierung ein logischer Schritt, um die üppige Liquiditätsreserve von rund 17,2 Milliarden Euro bestmöglich zu schonen.
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Neben der steuerlichen Neuausrichtung bittet das Management um weitreichende finanzielle Flexibilität. Ein neues genehmigtes Kapital für 2026 soll geschaffen werden, das bis zu 50 Prozent des aktuellen Grundkapitals umfasst. Gleichzeitig wird der Aufsichtsrat von sechs auf acht Mitglieder erweitert. Der geplante Einzug von zwei neuen Spezialisten für Onkologie und klinische Entwicklung unterstreicht den strategischen Fokus der kommenden Jahre.
Operativer Gegenwind hält an
Finanziell bleibt die Lage derweil angespannt. Für das laufende Jahr rechnet BioNTech mit einem deutlichen Umsatzrückgang von rund 25 Prozent auf 2,0 bis 2,3 Milliarden Euro. Erschwerend kommt hinzu, dass eine von der US-Regierung angeordnete Post-Marketing-Studie für den Covid-19-Impfstoff gemeinsam mit Pfizer gestoppt werden musste. Grund hierfür waren allerdings keine Sicherheitsbedenken, sondern schlichtweg zu geringe Teilnehmerzahlen aufgrund einer schwachen Infektionssaison.
Umso wichtiger wird der zügige Ausbau der Onkologie-Pipeline. Aktuell laufen neun Phase-III-Studien, sechs weitere sollen noch 2026 starten. Bis zum Jahresende würde die Anzahl der fortgeschrittenen Programme damit auf 15 anwachsen.
Kommerzielle Umsätze aus den neuen Krebsmedikamenten erwartet das Management für 2026 allerdings noch nicht. Die virtuelle Hauptversammlung Mitte Mai fungiert somit als formale Weichenstellung, bei der die Aktionäre den finanziellen und strukturellen Rahmen für die mehrjährige Übergangsphase absegnen müssen.
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