33 Neuzugänge unter den erdnahen Asteroiden

Unter den neu entdeckten Asteroiden sind auch 33 zuvor unbekannte erdnahe Objekte (NEO), deren Umlaufbahnen die Erdbahn kreuzen oder in ihre Nähe führen. Der größte dieser erdnahen Asteroiden hat einen Durchmesser von rund 500 Metern, die meisten anderen sind jedoch kleiner. Keiner von ihnen stellt eine unmittelbare Gefahr für die Erde dar, wie die Astronomen betonen. Allerdings sind Schätzungen zufolge erst rund 40 Prozent der mittelgroßen, mehr als 140 Meter messenden erdnahen Objekte bekannt.

Umso wichtiger sind die scharfen Optiken des Rubin-Observatoriums: Astronomen erwarten, dass dieses Teleskop in den nächsten Jahren mehr als 90.000 weitere Asteroiden aufspüren wird, darunter viele im mittleren Größenbereich. „Diese ersten Funde sind nur die Spitze des Eisbergs und zeigen, dass das Observatorium bereit ist“, sagt Rubin-Chefwissenschaftler Mario Juric von der University of Washington. „Was früher Jahrzehnte benötigte, wird Rubin nun in Monaten aufspüren.“

Eisreiche Welten jenseits des Neptun

Spannende Neuzugänge gibt es auch am Außenrand unseres Sonnensystems: Unter den Rubin-Entdeckungen sind auch 380 transneptunische Objekte – eisreiche Himmelskörper im Kuipergürtel jenseits des Neptun. „Nach solchen transneptunischen Objekte zu suchen, ist wie die Suche nach der sprichwörtlichen Nadel im Heuhaufen“, erklärt Matthew Holman vom Harvard & Smithsonian Center for Astrophysics. „Unter Millionen flackernden Lichtquellen am Himmel muss unser Computerprogramm diejenigen identifizieren können, die ferne Welten unseres Sonnensystems sind – das erforderte neue Algorithmen.“

Unter den neu entdeckten Eiswelten des äußeren Sonnensystems sind zwei größere Himmelskörper – 2025 LS2 und 2025 MX348 – deren exzentrische Umlaufbahnen besonders weit hinausreichen: Die am weitesten entfernten Bereiche ihrer Orbits liegen mehr als 1.000 astronomische Einheiten von der Sonne entfernt. Sie gehören damit zu den 30 fernsten bisher bekannten Kleinplaneten unseres Sonnensystems, wie die Astronomen berichten.

„Objekte wie diese liefern uns faszinierende Einblicke in die äußersten Bereiche unseres Sonnensystems“, erklärt Holmans Kollege Kevin Napier. „Sie verraten uns, wie sich die Planeten in der Frühzeit des Systems bewegten und auch, ob es dort draußen noch einen unentdeckten Planet 9 gibt.“

Die Bahnen der neu entdeckten Asteroiden im Überblick.© NOIRLab Astro

Erst der Anfang

Nach Ansicht der Astronomen demonstrieren schon diese ersten Entdeckungen den unschätzbaren Wert des Rubin-Observatoriums für die Astronomie. „Wir beginn damit, Rubins Versprechen einzulösen: Das Teleskop wird unsere Bestandsaufnahme des Sonnensystems grundlegend verändern und die Tür zu Entdeckungen öffnen, die wir uns zuvor nicht einmal vorstellen konnten“, sagt Juric. Denn das Teleskop kann den Südhimmel mit der rund sechsfachen Sensitivität der bisherigen Asteroidenfahndungen durchsuchen.

Später in diesem Jahr wird das Rubin-Observatorium mit seiner rund zehn Jahre dauernden Himmelsdurchmusterung Legacy Survey of Space and Time (LSST) beginnen. Die Astronomen erwarten, dass das Teleskop neben unzähligen fernen Himmelsobjekten auch zehntausende neuer Asteroiden im Sonnensystem aufspüren wird. Dies könnte die Zahl der bekannten Asteroiden mehr als Verdreifachen.

Quelle: NOIRLab







7. April 2026

– Nadja Podbregar