Chevrons Kursentwicklung wird durch sinkende Ölpreise und einen Produktionsausfall in Australien gedämpft. Analysten bleiben dennoch optimistisch und hoben die Kursziele an.
Nach einer beeindruckenden Kursentwicklung im ersten Quartal 2026 sieht sich Chevron plötzlich mit Gegenwind aus zwei völlig unterschiedlichen Richtungen konfrontiert. Während erste Entspannungssignale im Nahen Osten die geopolitische Risikoprämie beim Ölpreis abschmelzen lassen, sorgt ein Wirbelsturm in Australien für handfeste Produktionsausfälle. Diese doppelte Belastung zwingt Anleger derzeit zu einer Neubewertung der jüngsten Kursgewinne.
Ein wesentlicher Treiber für den jüngsten Kursrücksetzer auf 196 US-Dollar sind diplomatische Entwicklungen. Berichte über eine mögliche Beilegung des Konflikts mit dem Iran entziehen dem Ölpreis einen Teil seiner geopolitischen Risikoprämie. Zuvor hatte die angespannte Lage den Preis für die Nordseesorte Brent um über 75 Prozent in die Höhe getrieben und zeitweise deutlich über die Marke von 100 US-Dollar befördert. Davon profitierte auch Chevron massiv: Bis Ende März verzeichnete das Papier ein Jahresplus von rund 37 Prozent. Allerdings bleibt die Straße von Hormus für den kommerziellen Energieverkehr vorerst weitgehend gesperrt, was den aktuellen Preisrückgang am Rohstoffmarkt abfedert.
Produktionsausfall in Australien
Unabhängig von der Weltpolitik muss der Energiekonzern ein konkretes operatives Problem bewältigen. Der tropische Wirbelsturm Narelle hat die Wheatstone-LNG-Anlage vor der Küste Westaustraliens schwer beschädigt. Beide Produktionslinien stehen derzeit still, da unter anderem die luftgekühlten Wärmetauscher in Mitleidenschaft gezogen wurden. Laut Unternehmensangaben wird es mehrere Wochen dauern, bis die Anlage wieder unter Volllast läuft und die Reparaturen sicher abgeschlossen sind.
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Da Wheatstone im Februar für 2,4 Prozent des weltweiten LNG-Handels verantwortlich war, ist der Ausfall signifikant. Immerhin läuft die größere Gorgon-Anlage des Unternehmens weiterhin auf Hochtouren und bietet einen operativen Puffer.
Analysten bleiben optimistisch
Trotz dieser Turbulenzen halten Experten an ihren positiven Einschätzungen fest. Anfang April hoben sowohl Citi als auch TD Cowen ihre Kursziele deutlich auf 235 beziehungsweise 214 US-Dollar an. Diese Zuversicht stützt sich auf das robuste finanzielle Fundament des Unternehmens.
Mit einer Gewinnschwelle von unter 50 US-Dollar pro Barrel bleibt Chevron auch bei nachgebenden Rohstoffpreisen hochprofitabel. Zusätzlich greifen interne Sparmaßnahmen, die nach Einsparungen von 1,5 Milliarden US-Dollar im Vorjahr nun weitere Kostensenkungen von bis zu 4 Milliarden US-Dollar für das laufende Jahr anvisieren.
Wie stark die aktuellen Belastungen tatsächlich ins Gewicht fallen, zeigt sich am 1. Mai mit der Vorlage der Quartalszahlen. Anleger werden bei diesem Termin genau prüfen, inwieweit die starken Raffineriemargen und der hohe Ölpreis des ersten Quartals die anlaufenden Ertragseinbußen durch den Produktionsausfall in Australien kompensieren können.
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