In Europa sind in diesem Winter so viele
Menschen durch Lawinen ums Leben gekommen wie seit Jahren nicht mehr. Laut einer Statistik der European Avalanche Warning Service (EAWS) starben in den Alpen und in anderen
europäischen Gebirgen seit Anfang Oktober mindestens 135 Menschen, weil
sie unter Schneemassen verschüttet waren.

Zuletzt wurden nur im Winter 2017/18 noch mehr Todesopfer gezählt:
insgesamt 147. Die Statistik stammt vom EAWS, einem Zusammenschluss der nationalen Lawinenwarndienste
verschiedener Länder. Im vergangenen Winter 2024/25 gab es
in Europa mit 70 Menschen nur halb so viele Lawinentote.

Klimawandel und riskantes Verhalten

Als einer der Gründe für die höhere Zahl an Toten wird von Expertinnen und Experten der Klimawandel genannt. Demnach verändern
sich die traditionellen saisonalen Rhythmen durch höhere Temperaturen,
weshalb der Schnee nicht mehr so fest ist. Zudem verbinden sich
Altschnee und Neuschnee nicht mehr so gut. Außerdem gebe es stärkere
Winde, sodass sich oft gefährlicher Treibschnee ansammelt, heißt es.

Hinzu kommt, dass Skitouren und Abfahrten außerhalb der präparierten Pisten seit einiger Zeit beliebter werden. Unter den Lawinentoten dieses Jahres
waren ungewöhnlich viele Tourengeher. Insbesondere an Steilhängen in
hochalpinem Gelände rufen die Lawinenwarndienste zu großer Vorsicht auf.

Dringend empfohlen wird bei Touren in hochalpinem Gelände
Schaufel, Sonde und ein Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS-Gerät) mit
sich zu führen. Dies kann lebensrettend sein. Wenn eine Lawine zum
Stillstand kommt, sind fast alle Verschütteten noch am Leben. Danach hängt die Lebenserwartung davon ab, wie schnell man gefunden wird: Nach 15
Minuten werden 90 Prozent der Verschütteten noch lebend gerettet. Ab 15 Minuten nimmt die Zahl der Überlebenden rapide ab.

Besonders viele Tote in Italien

Besonders betroffen war in diesem Winter
Italien, wo insgesamt 38 Lawinentote gezählt wurden – vor allem in
Südtirol, das auch bei deutschen Alpinsportlern sehr beliebt ist. Dort starben Anfang November fünf Bergsteiger aus Bayern beim Aufstieg zur 3.545
Meter hohen Vertainspitze im Ortler-Gebirge. In Frankreich starben im Laufe der
vergangenen Monate 31 Menschen durch Lawinen, in Österreich 30 und in
der Schweiz 15. In deutschen Gebirgen gab es in diesem Winter keine Opfer.

© Lea Dohle

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Auch an
Ostern gab es mehrere Unglücke. So wurde an der 3.059 Meter hohen
Grabspitze in Südtirol ein 37 Jahre alter Tourengeher erfasst. Der Mann
war eineinhalb Meter tief unter Schnee begraben. Dank seines
Ortungssenders wurde er verhältnismäßig schnell nach oben gebracht.
Trotzdem musste er in kritischem Zustand ins Krankenhaus geflogen
werden.