Die Reise zur Matrix
Pünklich um 20 Uhr geht es los. Das Licht dimmt sich, ein Intro-Film setzt ein, während zwei Backgroundsängerinnen langsam die Bühne betreten. Dann fällt der erste Beat von „Alles auf Rot“. Capo tritt ins Licht – schwarzer Mantel, Hut, Brille. Eine Erscheinung irgendwo zwischen Neo aus „Matrix“ und der kühlen Eleganz von „Der Pate“. Es ist ein Auftakt, der weniger wie ein Konzertbeginn wirkt, sondern wie der erste Moment eines Films. Ein starker, Auftritt, bei dem man vorerst das Gefühl hat, dass das ein richtig guter Abend werden kann. Die Fans, textsicher ab der ersten Strophe. „Schönen guten Abend Wien, wie geht’s euch allen – freut mich, euch alle zu sehen“, begrüßt er die Fans. Und schiebt direkt nach: „Ich hab eine Menge Hits auf Lager“.

Mit „Run Run Run“ legt er direkt nach und es dauert keine paar Sekunden, bis klar ist, dass die Leute ihm aus der Hand fressen. Spätestens bei „Puls steigt“ wird der Songtitel zur Realität – die Energie in der Halle ist spürbar, die Stimmung kippt endgültig nach oben. Dass ihm das Publikum so bedingungslos folgt, hat aber wahrscheinlich nicht nur mit seiner Performance zu tun. Natürlich spielt auch seine Verbindung zu Bruder Haftbefehl eine Rolle. Erst letztes Jahr sorgte Aykut (Haftbefehl) mit seiner viel diskutierten Doku („Babo“) für Aufmerksamkeit. Bald steht dieser selbst wieder in Wien auf der Bühne (am 1. August in der Metastadt, Tickets: www.oeticket.com). Die Erwartungen sind also gesetzt.