
AUDIO: Nach Angriff in Hamburg: Wolf ausgewildert (1 Min)
Stand: 07.04.2026 12:11 Uhr
Nachdem eine Frau in Hamburg von einem Wolf verletzt wurde, ist das Tier wieder freigelassen worden. Laut Umweltbehörde in Hamburg trägt der Wolf einen Sender. Zuletzt war er bei Sachsenhagen untergebracht.
Wie die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) dem NDR Niedersachsen am Dienstag mitteilte, wird der am Abend des Ostersonntags ausgesetzte Wolf derzeit rund um die Uhr von Mitarbeitenden der Behörde und Fachleuten des LIFE-Projekts „Wild Wolf“ beobachtet. Diese engmaschige Überwachung soll demnach zunächst sicherstellen, dass sich das Tier nicht erneut Siedlungsgebieten nähert. Jäger könnten sonst jederzeit eingreifen. Sollte sich jedoch zeigen, dass der Wolf langfristig Abstand zu bewohnten Bereichen hält, müsse der Sender nach Angaben der Behörde nicht dauerhaft in gleicher Intensität überwacht werden.
Behörde macht keine Angaben zu Standort
Laut dem „Hamburger Abendblatt“ wurde das Tier auf Hamburger Gebiet freigelassen. Das wollte ein Sprecher der Umweltbehörde jedoch nicht bestätigen. Aus Tierschutzgründen würden keine Angaben zum Standort des Tieres gemacht. Es seien bundes- und europaweit verschiedene Optionen für den Verbleib des Wolfes diskutiert worden. Eine Unterbringung in einem Wildgehege sei aus rechtlichen und praktischen Gründen nicht möglich und auch eine Tötung des Tieres aus rechtlichen Gründen keine Option gewesen. Zuletzt war der Wolf in der Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen (Landkreis Schaumburg) betreut worden.
Jäger sollen kurzfristig eingreifen können
„Mit der Auswilderung beginnt für den Wolf nun ein neues Leben – hoffentlich abseits der Stadt in der Natur, wo er sich wohlfühlt“, hieß es von Hamburgs Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Grüne) in der Mitteilung vom Ostermontag. In der Mitteilung der Hamburger Umweltbehörde heißt es, dass LIFE Wild Wolf-Projekt habe zum Ziel, die Wolfspopulationen „ausgewogen“ zu erhalten. Es solle die „Fähigkeit der Menschen verbessern, mit seiner oft unerwarteten Anwesenheit umzugehen“. Erst Ende März war der Wolf ins Bundesjagdrecht aufgenommen worden.
Video:
Polizei fängt Wolf in Hamburger Innenstadt (1 Min)
Polizei fängt Wolf nach Attacke ein
Am vergangenen Montag war der Wolf in Hamburg Altona aufgetaucht und hatte eine Frau in einer Einkaufspassage verletzt. Das Jungtier wurde schließlich am Montagabend von der Polizei an der Binnenalster gefangen und war zunächst kurzzeitig im Wildgehege Klövensteen im Westen von Hamburg untergebracht. Wie das verängstigte Tier in die Einkaufspassage gelangte, ist noch unklar. Vermutlich reagierte der Wolf auf einen äußeren Reiz, etwa durch ein Auto oder ein anderes Tier, hieß es von der Umweltbehörde.
60-Jährige wurde ambulant behandelt
Dass es sich bei der Verletzung der 60-jährigen Frau um einen Biss handelt, wird von Umweltschützern bezweifelt. Dazu erklärte die Umweltbehörde: „Stand jetzt gehen wir nach dem Polizeibericht und Zeugenaussagen von einem Biss aus. Die Frau hat eine Verletzung im Gesicht, die einen Biss nahelegt.“ Die Frau sei im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf ambulant behandelt worden, hatte Hamburgs Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Grüne) am Dienstag mitgeteilt.

Ein Wolf soll in Altona eine Frau gebissen haben. Tierschützer widersprechen der Darstellung – ein Überblick.

Nach der Aufnahme des Wolfs ins Bundesjagdrecht hat Niedersachsen erste Handlungsempfehlungen an die zuständigen Behörden verschickt.

Der Biss ist der erste Angriff von einem Wolf auf einen Menschen in Deutschland seit der Wiederansiedlung 1998. Das Tier wurde vorerst in den Wildpark Klövensteen gebracht.

Erstmals seit 1998 hat in Deutschland ein Wolf einen Menschen angegriffen – in Altona. Wieder mehr ausbildungswillige Jugendliche, aber weniger Ausbildungsplätze. Keine Streiks mehr im Nahverkehr.

Einen Vorfall wie in Hamburg habe es „in Europa in den letzten 200 Jahren nicht gegeben“, sagt Dr. Andreas Kinser von der Deutschen Wildtierstiftung.

Es gebe Regionen, wo in Stadtnähe ganze Wolfsrudel ansässig sind, so ein Experte. Von ihnen gehe aber nicht zwingend eine Gefahr aus.