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Berlin – Um 12 Uhr kostete ein Liter Diesel 2,50 Euro im Bundesdurchschnitt – das ist ein erneuter Negativrekord. Noch kurz zuvor blechten Autofahrer 2,41 Euro. Superbenzin liegt im Bundesschnitt und auf dem Niveau vom Vortag bei 2,29 Euro, Super E10 bei 2,24 Euro pro Liter. Es ist der siebte Tag, an dem die neue Regelung für maximal eine Preiserhöhung pro Tag an Tankstellen gilt. Preissenkungen sind hingegen rund um die Uhr erlaubt.
Seit es die 12-Uhr-Regelung gibt, erreichten die Spritpreise täglich einen neuen Rekordwert. Nur Ostermontag war der Liter Superbenzin mit 2,29 Euro einen Cent unter dem Preis von Sonntag. Die sonstigen Höchstwerte blieben im Vergleich konstant: E10 kostete 2,24 Euro, Diesel 2,49 Euro. Allerdings sackten auch die beiden anderen Spritpreise ab mittags schrittweise ab. Jetzt ist wieder das hohe Vortagesniveau erreicht.
Der Tankstellen-Interessenverband (TIV) zeigt sich in einer aktuellen Erklärung „enttäuscht und entsetzt“ über das Verhalten der Mineralölkonzerne während der Ostertage. Der Verband spricht von einem „dysfunktionalen“ Markt und verweist als Lösung auf Luxemburg: Staatliche Preisvorgaben und niedrigere Steuern zeigen ein klares Ergebnis: „Spritpreise von deutlich unter 2 Euro“. Die Forderungen sind mehr staatliche Eingriffe und gleichzeitig geringere Steuerbelastung. Dafür brauche es vor allem eines – „politischen Mut“.
Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Sepp Müller, fordert schnelles Handeln der Bundesregierung: „Als Taskforce erwarten wir von der Bundesregierung bis Freitag konkrete Prüfergebnisse zu unseren Entlastungsvorschlägen.“ Entlastungen müssten gezielt erfolgen – etwa über die Kfz-Steuer für kleinere und mittlere Einkommen sowie Betriebe. Eine pauschale Entlastung lehnt Müller ab: „Ein Bundestagsabgeordneter oder ein Porschefahrer braucht keine Entlastung auf Kosten der Allgemeinheit.“
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hatte in BILD eine Erhöhung der Pendlerpauschale als Entlastung für Autofahrer ins Spiel gebracht: „Ich habe selbst vorgeschlagen, dass wir uns mit dem Thema Pendlerpauschale beschäftigen und die Pendlerpauschale temporär anheben.“ Die Finanzierung solle aus den höheren Mehrwertsteuer-Einnahmen erfolgen. Einen konkreten Betrag nannte sie jedoch nicht.
Spritpreise steigen weiter: „Konzerne sind skrupellos, Politik ist naiv“
Quelle: BILD07.04.2026