Niederbauer (gl) – Am 8. Oktober 2025 haben der Lippetaler Spargelbauer Friedrich Dieckmann und seine Laura Klartext gesprochen – da waren sie gerade auf dem Weg zu Inka Bause. Die Aufzeichnung für die große Wiedersehens-Show stand an. Die Dreharbeiten zu „Bauer sucht Frau“ waren längst abgeschlossen, beide schwebten auf Wolke sieben. Alles war perfekt.

Doch auf dem Weg ins Studio fragten sie sich plötzlich, was sie sagen sollten, wenn die Moderatorin nach ihrem Beziehungsstatus fragen würde. Sie wussten es. Natürlich. Aber: „Es war die ganze Zeit noch nicht ausgesprochen“, sagt Laura Wagner beim Besuch des Paares auf dem Hof in Niederbauer.

Lauras Hoffnung, dass Friedrich sie ganz „oldschool“ nach ihren Gefühlen und dem gemeinsamen Weg fragen würde, ging trotzdem nicht in Erfüllung. „Ich bin nicht der krasse Romantiker“, sagt Friedrich.

Fünf Monate nach Ausstrahlung der TV-Folgen

Rund fünf Monate nach der Ausstrahlung der TV-Folgen sitzen die beiden am Esszimmertisch. Der Trubel um ihre Teilnahme an der TV-Show hat sich gelegt, es herrscht Alltag. „Wir sehen uns so gut wie jedes Wochenende“, erzählt Laura. Die 26-Jährige lebt in der Nähe von Kassel, knapp zwei Stunden entfernt. Unter der Woche ist gemeinsame Nähe wegen ihres Referendariats kaum möglich, „aber wir telefonieren fast jeden Abend“. Umso wertvoller ist die gemeinsame Zeit zu zweit – ob auf dem Hof, in Lauras Heimat, in den Bergen oder beim Sport.

An ihrem 27. Geburtstag werden die beiden gemeinsam am Möhnesee-Triathlon teilnehmen – er hat sie angemeldet. Über die Osterferien ist die angehende Lehrerin nun viel bei den Dieckmanns auf dem Hof: „Ich freue mich, die Spargelsaison live zu erleben.“ Und auch Friedrich ist zufrieden: „Sie hat keine Angst, anzupacken, und keine Berührungsangst. Es ist schön, wenn man merkt, dass sie sich auch für all das interessiert.“

An das gemeinsame Leben mussten sich beide erst gewöhnen. „Auf einmal muss man auf eine zweite Person in seinem Leben achtgeben – und für Veränderungen offen sein“, erklärt der 30-Jährige. Doch er hat Glück: „Laura ist sehr, sehr tolerant mit mir.“ Friedrich sei „super ungeduldig“, „ein bisschen egoistisch, auf nicht so eine negative Art“, sagt sie. Anfangs habe sie ihn daran gewöhnen müssen, dass da jetzt noch jemand ist. Sie schätze seine Reflektiertheit in solchen Momenten, betont sie.

Nicht nochmal vor die Kamera

Gemeinsam vor der TV-Kamera werden die beiden zukünftig wohl nicht noch einmal stehen: „Da gehe ich nicht von aus“, sagt Friedrich Dieckmann. Noch deutlicher wird er über mögliche Angebote aus der Reality-TV-Szene: „Auf gar keinen Fall.“ Denkbar sei für ihn höchstens eine Sendung, in der er Informationen über die Landwirtschaft vermitteln „und Menschen weiterbilden“ könne.

Bei Social Media wollen beide aktiv bleiben. Der Fokus seiner Accounts liegt für ihn klar auf Landwirtschaft und Alltag – nicht auf Pärchen-Inhalten. „Das war nie mein Ding. Man hat sonst Druck, dass man sich erklären muss. ‚Seid ihr noch zusammen?‘, wenn mal eine Woche nichts kommt.“

Mehr als 170.000 Follower hat der Lippetaler inzwischen auf Instagram. Laura gibt auf ihren Social-Media-Kanälen regelmäßig Einblicke in ihr Leben – immer wieder auch mit gemeinsamen Videos mit Friedrich. 123.000 Follower interessieren sich bei Instagram für das, was sie veröffentlicht.

Paar wird im Supermarkt erkannt

Auf der Straße oder im Gang des Aldi in Oestinghausen werden die beiden auch ein halbes Jahr nach der Sendung noch erkannt. Vor wenigen Tagen habe ein Mann sie an der Aldi-Kasse längere Zeit angesehen: „Da dachte ich mir schon: Den Blick kenne ich“, erzählt sie und schmunzelt. Es sei ein bestimmter Ausdruck, ein Blick, der sage: „Ich kenn dich von irgendwoher.“ Es folgte ein kurzes Gespräch: „Das war total nett.“

Ihr sei es übrigens viel lieber, wenn man sie einfach locker anspricht, als wenn sie das Gefühl vermittelt bekommt, nur angestarrt zu werden. Die Zeit der Geheimniskrämerei zwischen Aufzeichnung und Ausstrahlung der „Bauer sucht Frau“-Folgen sei durchaus mit Abstrichen verbunden gewesen: „Ich wäre sehr gerne mit zur Kirmes in Soest gekommen, das war echt schade“, betont Laura. „Die Leute sind ja alle Sherlocks“, erklärt sie – damals durfte noch niemand wissen, dass das Schicksal für sie ein Happy End vorgesehen hatte.

Gemeinsame Zukunft

In der Sendung „Was ist auf den Höfen los?“, die am Montagabend bei RTL ausgestrahlt wurde, gaben Laura und Friedrich Einblicke, wie es für sie nach der Ausstrahlung weiterging. Das Kapitel „Bauer sucht Frau“ ist für sie geschlossen. Und wie steht es um die gemeinsame Zukunft? „Ich sehe mich hier“, sagt Laura – und meint damit den Hof Dieckmann in Niederbauer. „Doch das ist eine große Entscheidung, die ich mir gut überlege.“

Im November wird sie ihr Referendariat beenden und bleibt noch bis zur Zeugnisvergabe im Februar an ihrer jetzigen Schule. Sie verdeutlicht, wie groß die Tragweite der Entscheidung ist, die sie treffen muss: „Wenn ich mich in Hessen verbeamten lasse, komme ich da nicht mehr raus.“ Gleiches würde für eine Verbeamtung in NRW gelten. Natürlich hänge sie auch an ihrem Zuhause und ihrer Familie. Gelassen sagt sie, dass es bis zu einem Umzug nach Niederbauer noch ein gutes Jahr sei: „Und dann schauen wir. Da hängt viel dran, aber ich kann es mir auf jeden Fall gut vorstellen und mache mir gar keine Gedanken, dass es nicht klappt.“

Doch auch abseits dieser elementaren Fragen gibt es noch Klärungsbedarf – beispielsweise bei der Sache mit der lachsfarbenen Couch. Die hatte Laura schon bei ihrem ersten Besuch kritisch beäugt: „Über die Couch müssen wir nochmal sprechen“, stellte sie damals klar. Friedrich sieht das deutlich entspannter: „Die passt doch gut hier rein.“ Einig sind sich die beiden immerhin in einem Punkt: Die Couch hat inzwischen definitiv Kultstatus.

T. Buckenauer/D. Schröder

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