Nach den Drohungen von US-Präsident Donald Trump mit einer Auslöschung des Iran haben ihn Politiker der Demokraten als „Wahnsinnigen“ bezeichnet und seine Absetzung gefordert.
„Der Präsident hat den Verstand verloren“, schrieb der Gouverneur von Minnesota, Tim Walz, am Dienstag im Onlinedienst X. Walz hatte bei der US-Präsidentschaftswahl 2024 an der Seite der demokratischen Kandidatin Kamala Harris für das Amt des Vizepräsidenten kandidiert.
Empfohlener redaktioneller Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgewählten, externen Inhalt, der den Artikel für Sie mit zusätzlichen Informationen anreichert. Sie können sich hier den externen Inhalt mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden.
Externen Inhalt anzeigen
Ich bin damit einverstanden, dass mir der externe Inhalt angezeigt wird. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu erhalten Sie in den Datenschutz-Einstellungen. Diese finden Sie ganz unten auf unserer Seite im Footer, sodass Sie Ihre Einstellungen jederzeit verwalten oder widerrufen können.
Scharfe Kritik kam auch von Demokraten im Kongress: „Der Kriegsverbrecher im Weißen Haus droht mit Genozid“, erklärte die Abgeordnete Rashida Tlaib, eine in den USA geborene Tochter palästinensischer Einwanderer aus dem Bundesstaat Michigan. „Dieser Wahnsinnige sollte aus dem Amt entfernt werden“, forderte sie. Sie hängte Trumps Online-Botschaft an, in der er unter Anspielung auf sein Ultimatum an den Iran gedroht hatte: „Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht sterben.“
Trump hat gerade gedroht, 100 Millionen Menschen abzuschlachten.
Shri Thanedar, Demokratischer Abgeordneter aus Michigan
„Trump hat gerade gedroht, 100 Millionen Menschen abzuschlachten“, empörte sich der Abgeordnete Shri Thanedar aus Michigan, der aus Indien stammt. Die Parlamentarierin Diana DeGette aus Colorado schrieb, Trump drohe „offen mit Kriegsverbrechen gegen die gesamte iranische Zivilisation“. Sie rief den Kongress auf, ein Verfahren nach dem 25. Zusatzartikel der US-Verfassung einzuleiten. Nach dem Artikel von 1967 kann der Kongress den Präsidenten mit Zweidrittelmehrheit in beiden Kammern für amtsunfähig erklären. Derzeit haben die Demokraten allerdings weder im Senat noch im Repräsentantenhaus eine Mehrheit.
Die iranischstämmige Abgeordnete Yassamin Ansari aus Arizona hatte als erste ein solches Verfahren gegen Trump gefordert. „Trump eskaliert einen verheerenden, völkerrechtswidrigen Krieg, droht mit massiven Kriegsverbrechen und nimmt zivile Infrastruktur im Iran ins Visier“, schrieb die Demokratin dazu auf X. Ansari verlangte zudem ein Amtsenthebungsverfahren gegen Pentagonchef Pete Hegseth.
Als einzige Republikanerin forderte die frühere Kongressabgeordnete Marjorie Taylor Greene eine Absetzung Trumps wegen mentaler Unfähigkeit. „Wir können nicht eine ganze Zivilisation töten“, schrieb sie auf X. „Das ist böse und wahnsinnig.“ Taylor Greene hatte im Streit um die Freigabe der Epstein-Akten mit dem Präsidenten gebrochen.
Papst verurteilt Trump-Drohung gegen den Iran
„Nicht akzeptabel“ – Papst Leo XIV. kritisiert
© IMAGO/Catholicpressphoto/IMAGO/Vatican Media
Kritik an der Rhetorik des US-Präsidenten übt auch Papst Leo XIV.. Er hat die Drohung von US-Präsident Donald Trump gegen den Iran als „nicht akzeptabel“ bezeichnet. Es gehe um Fragen des Völkerrechts, aber viel mehr noch um eine moralische Frage, zum Wohle des Volkes, so der Papst am Dienstagabend vor Journalisten in Castel Gandolfo.
Lesen Sie mehr zum Thema beim TagesspiegelUS-Präsident droht mit „Zerstörung“ Trump setzt dem Iran ein Ultimatum – doch was passiert dann? „Feiglinge“, „Mistkerle“, „Verrückte“ Wie ernst lässt sich Trumps Drohkulisse noch nehmen? Angedrohte US-Angriffe auf Irans zivile Infrastruktur Ein gefährliches Spiel mit dem Völkerrecht
„Ich möchte alle dazu einladen, in ihrem Herzen wirklich an die vielen Unschuldigen zu denken“, so der gebürtige US-Amerikaner Leo XIV. weiter, „an die vielen Kinder, an die vielen älteren Menschen, die völlig unschuldig sind und die ebenfalls Opfer dieser Eskalation eines Krieges wären, der bereits seit Tagen andauert.“ (AFP/KNA)