Die Untersuchungen des Vatikan nach Vorwürfen gegen das Stift sind abgeschlossen. Rom hinterließ dabei eine Reihe von „Anweisungen“ für die Weiterentwicklung der Gemeinschaft.

Das Dekret datierte vom 5. Juni 2025: Damals hatte das „Dikasterium der Institute des geweihten Lebens und der Gesellschaften des apostolischen Lebens“ eine Apostolische Visitation der Zisterzienserabtei Heiligenkreuz im Wienerwald angeordnet. Dem vorausgegangen waren Vorwürfe, die in mehreren anonymen Briefen erhoben worden waren. Unter anderem wurde ein Missbrauchsfall behauptet sowie dessen Vertuschen. Das Stift selbst brachte damals Anzeige ein, denn in den Schreiben fanden sich auch Drohungen gegen Mönche.

Nun, ein knappes Jahr später, ist ebenjene Visitation beendet. „Nach eingehenden Gesprächen mit 90 Mönchen und zahlreichen externen Personen findet die Visitation mit heutigem Tag einen Abschluss“, heißt es in einer Mitteilung des Stifts.

Konkret habe am Mittwoch der Abtpräses der Österreichischen Zisterzienser­kongre­gation, Abt Pius Maurer, im Auftrag des Dikasteriums im Rahmen eines Konventkapitels von Heiligenkreuz den an die Mönche adressierten Brief des Dikasteriums vorgetragen. Die päpstliche Visitatorin Christine Rod stellte sich dabei ersten Anfragen der Mönche und erklärte die Erkenntnisse der Visitation.

Hinterlassen habe Rom demnach eine Reihe von „Anweisungen“. Darunter findet sich etwa eine „optimierte Kommunikationsfähigkeit der Gemeinschaft nach innen und außen“, die allein aufgrund der Größe des Konvents von über 100 Mönchen erforderlich sei. Dazu kommen „strategische Überlegungen zur Zukunft des Stiftes und Priorisierung der Aufgaben“, „Reflexion der theologischen und spirituellen Ausrichtung“, „Vertiefung der Heranführung junger Menschen an das monastische Leben und das Priestertum“ sowie eine Schärfung von Identität und Selbstbild des Stiftes Heiligenkreuz.

In den nächsten Monaten und Jahren würden sich die Mönche nun, so heißt es, mit den Anweisungen des Dikasteriums „intensiv beschäftigen“ und damit an einer „Vertiefung des Glaubenslebens und der Zukunftsfähigkeit der Gemeinschaft arbeiten“. Der Abtei seien durch ihr rasches Wachstum „große innere strukturelle Herausforderungen“ entstanden, bei denen der Heilige Stuhl die Abtei Heiligenkreuz durch besagte Anweisungen unterstützen wolle.

Die beiden päpstliche Visitatoren Abtprimas Jeremias Schröder und Christine Rod sollen zudem zu einem späteren Zeitpunkt noch eingehender über die Ergebnisse der Visitation mit dem Konvent sprechen. Sie habe in den Monaten der Visitation Heiligenkreuz als „spirituellen Ort kennengelernt“ und eine „große Kooperationsbereitschaft“ erleben können, wurde Rod zitiert. Die Anweisungen des Dikasteriums würden nun einen wichtigen Handlungsrahmen für die Zukunft des Stiftes bilden.

Zu den Vorwürfen sagt Abtpräses Pius Maurer wenig konkret: „Wenn es Vorwürfe gegen einzelne Mitglieder der Gemeinschaft gibt, wird in Heiligenkreuz entsprechend der kirchlichen wie staatlichen Vorgaben gehandelt.“ (red)

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