Erwin Zankel, langjähriger Chefredakteur der „Kleinen Zeitung“, ist im Alter von 85 Jahren verstorben. Er prägte Zeitung und Land, war ein Mann von umfassender Expertise und politischem Scharf- und Weitblick.

Er war ein Mann von umfassendem Wissen, humorvoll, um nicht zu sagen spitzbübisch, ein leidenschaftlicher Fan des SK Sturm Graz, ein noch leidenschaftlicherer Zeitungsmacher, nahezu rund um die Uhr in der Redaktion. Nun ist Erwin Zankel kurz nach Vollendung seines 85. Lebensjahres in Graz verstorben. Als langjähriger Chefredakteur der „Kleinen Zeitung“ hatte er das Blatt zur Nummer zwei in Österreich gemacht, der Auflagenzahl nach.

Zankel war ein Bürgerlicher, christlich-sozial bis konservativ, aber einer mit Äquidistanz zu allen Parteien. Es machte ihm sogar eine – spitzbübische – Freude, wenn sich Politiker, egal welcher Couleur, über seine Kommentare ärgerten. Fundiert waren sie immer. Denn Zankel verband wie kaum ein Zweiter politisches mit wirtschaftlichem Wissen. Er war auch Experte für die Verstaatlichte Industrie.

Zankel las alles, Zankel wusste alles, über politische und wirtschaftliche Verflechtungen, auch private, nicht alles wurde auch niedergeschrieben. Die schwarz-blaue „Wenderegierung“ von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel unterstützte er, kritisierte aber auch, was zu kritisieren war. Und das war auch aus Zankels Perspektive nicht wenig. Aber es war ihm wichtig, dass es eine Alternative zur „ewigen“ rot-schwarzen Koalition gab.

Wirtschaftlich geprägt wurde er schon in seinem Elternhaus. Sein Vater war Direktor der Johann Pengg AG. Nach dem Besuch des Realgymnasiums in Bruck an der Mur studierte Zankel Rechtswissenschaften an der Karl-Franzens-Universität Graz. Er engagierte sich in der ÖH und gab eine Studentenzeitschrift mit heraus. Nach dem Abschluss des Studiums war er ein Jahr lang Pressereferent der ÖVP Steiermark.

1965 begann er seine Karriere in der „Kleinen Zeitung“. Er schrieb vor allem über Landespolitik, aber auch über Innenpolitik. Am 1. Mai 1982 wurde er zum Ressortchef für Innenpolitik ernannt, am 4. November 1994 zum stellvertretenden Chefredakteur der Kleinen Zeitung. Mit seinem Namen verbunden war auch die landespolitische Kolumne „Hakelzieh‘n“.

Mit 1. Jänner 1998 wurde er zum Chefredakteur und Verlagsleiter der „Kleinen Zeitung“ Graz/Klagenfurt bestellt. Von September 1999 bis zu seiner Pensionierung Ende März 2006 war er auch Geschäftsführer der „Kleinen Zeitung“. Nach seiner Pensionierung schrieb er weiterhin politische Kolumnen in „seiner“ Zeitung. Erwin Zankel hinterlässt eine Ehefrau und eine Tochter, die ebenfalls in der „Kleinen Zeitung“ tätig ist.

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