Samsung-Witwe Hong Ra-hee verkauft Aktien im Wert von bis zu 2,1 Milliarden Dollar, um Erbschaftssteuern begleichen zu können. Damit ist sie in Südkorea jedoch bei weitem nicht die einzige.

Während Österreich weiterhin keine einhebt, zählt Südkorea mit einem Spitzensteuersatz von 50 Prozent zu den Ländern mit den höchsten Erbschaftssteuern weltweit. Das bringt nun die Witwe des früheren Samsung-Chefs Lee Kun-hee in Bedrängnis. Sie ist jedoch mit diesem Problem nicht alleine: Auch andere einflussreiche Unternehmerfamilien des Landes kämpfen mit den Folgen der hohen Abgabe.

Wie viele Aktien muss sie verkaufen?

Die Platzierung zählt zu den größten Aktienverkäufen dieser Art in Südkorea. Verkauft werden laut mit der Angelegenheit vertrauten Personen 15 Millionen Stammaktien sowie 206.633 Vorzugsaktien.

Verkäuferin ist laut informierten Personen Hong Ra-hee, die Witwe des 2020 verstorbenen Samsung-Vorsitzenden Lee Kun-hee. Sie veräußere die Anteile, um Verpflichtungen aus der Erbschaftssteuer zu erfüllen, hieß es. Die Personen wollten namentlich nicht genannt werden, da sie nicht öffentlich dazu sprechen dürfen.

Eine regulatorische Meldung vom Jänner hatte bereits gezeigt, dass Hong den Verkauf von 15 Millionen Aktien zur Begleichung von Steuern und zur Rückzahlung von Krediten prüft. Samsung Electronics wollte den Vorgang nicht kommentieren.

Nach Bloomberg vorliegenden früheren Konditionen wurde das Paket zu einem Preis von 204.395 bis 208.605 Won je Aktie angeboten. Das entspricht einem Abschlag von 0,9 bis 2,9 Prozent auf den Schlusskurs von 210.500 Won vom Mittwoch.

Zusätzlich umfasst das Angebot 206.633 Vorzugsaktien mit einem Volumen von umgerechnet rund 19 Millionen Dollar. Als gemeinsame Bookrunner fungieren Bank of America, Citigroup, JPMorgan Chase, Shinhan Securities und UBS.

Südkorea erhebt auf große Unternehmensvermögen und kontrollierende Anteilseigner hohe Erbschaftssteuern. Für die reichsten Familien des Landes bedeutet das häufig erhebliche finanzielle Belastungen.

Der Tod von Lee Kun-hee im Jahr 2020 hatte für seine Familie eine der höchsten Erbschaftssteuerforderungen in der Geschichte des Landes zur Folge. Der nunmehrige Aktienverkauf zeigt, wie stark diese Abgaben selbst Jahre später noch auf die Vermögensstruktur der Eigentümerfamilie durchschlagen.

Hohe Erbschaftssteuern belasten nicht nur die Samsung-Erben: Eine ähnliche Erfahrung machte auch die Familie von Kim Jung-ju. Nexon, ein südkoreanisch-japanischer Videospielkonzern, war 1994 in Südkorea gegründet worden und wagte 2011 in Japan den Börsengang – einen der damals größten im Technologiesektor.

Nach dem Tod des Gründers Kim Jung-ju übertrugen Familienmitglieder 2023 einen Anteil an der Holdinggesellschaft NXC an den südkoreanischen Staat, um eine Erbschaftssteuer zu begleichen. Dadurch wurde die südkoreanische Regierung vorübergehend zum zweitgrößten Anteilseigner des Gaming-Riesen. Bis September 2024 konnte die Familie die vollständige Begleichung der Steuerschuld vermelden.

Auch Koo Kwang-mo, der nach dem Tod seines Vaters 2018 an die Spitze der LG Group rückte, musste hohe Erbschaftssteuern zahlen: Er und weitere Familienmitglieder zahlten die fälligen 921,5 Milliarden Won (624 Millionen Dollar) in Raten über fünf Jahre zurück. (duc/Bloomberg)

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