Die Konferenz knüpfte zugleich an das wissenschaftliche Vermächtnis des CiiM-Gründungsdirektors Prof. Michael Manns an. Sein Ansatz einer konsequent translationalen Infektionsmedizin, die Grundlagenforschung und klinische Expertise strukturell verbindet und international sichtbar macht, bestimmt die Entwicklung des CiiM bis heute. Eine Session widmete sich dem Themenfeld Hepatitis, seinem zentralen wissenschaftlichen Wirkungsfeld. Es sprachen Prof. Mala Maini (University College London) zur Heterogenität von HBV-Immunantworten und deren Potenzial für personalisierte Therapiestrategien, Prof. Ulrike Protzer (Helmholtz Munich/Technical University of Munich) zur therapeutischen Vakzinierung bei Hepatitis B sowie Prof. Tobias Böttler (Universitätsklinikum Freiburg) zu Checkpoint-Blockade und deren Bedeutung für personalisierte Impfstrategien.
Translation als strukturelles Prinzip
Das CiiM wurde als gemeinsame Initiative von MHH und HZI gegründet, um experimentelle, theoretische und klinische Forschung eng miteinander zu verzahnen. Ziel ist es, neue wissenschaftliche Erkenntnisse schneller in die Anwendung zu bringen und die Schnittstelle zwischen Labor und Krankenbett systematisch zu stärken.
„Individualisierte Infektionsmedizin bedeutet, Forschung konsequent auf den Nutzen für Patientinnen und Patienten auszurichten – von präziseren Prognosen über innovative Diagnostik bis hin zu maßgeschneiderten Therapien. Dafür braucht es interdisziplinäre Zusammenarbeit und eine leistungsfähige Infrastruktur“, erklärte Prof. Markus Cornberg, Co-Direktor des CiiM.
Datenwissenschaft, Bioinformatik, künstliche Intelligenz und kausale Methoden spielen dabei eine zentrale Rolle. Initiativen wie CAIMed sowie die enge Zusammenarbeit mit dem Exzellenzcluster RESIST, der Mechanismen der Resistenzentwicklung erforscht und neue therapeutische Strategien entwickelt, stärken die strukturelle Basis für diese Entwicklung.
„Die Verbindung von Grundlagenforschung, klinischer Expertise und datengetriebenen Ansätzen ist entscheidend, um Pathomechanismen besser zu verstehen und neue Behandlungsoptionen zu entwickeln“, sagte Prof. Yang Li, Co-Direktorin des CiiM.
Infrastruktur als Grundlage für Innovation
Ein Programmpunkt der Konferenz widmete sich der zukünftigen Forschungsinfrastruktur des CiiM in Hannover. Der geplante Neubau unweit der MHH steht exemplarisch für die strategische Weiterentwicklung des Standorts: Er soll interdisziplinäre Zusammenarbeit räumlich bündeln und optimale Bedingungen für die Integration von Laborforschung, klinischer Anwendung und datengetriebenen Methoden schaffen.
Mit dieser Investition stärken das Land Niedersachsen, der Bund und die beteiligten Institutionen nachhaltig die Rahmenbedingungen für Innovationen in der individualisierten Infektionsmedizin und die internationale Sichtbarkeit des Wissenschaftsstandorts Hannover.