Feuchtigkeitsschäden an Herzog & de Meurons Mega-Museum in Berlin

487 Millionen Euro soll das Projekt des Basler Architekturbüros kosten. Jetzt soll es im Rohbau zu einem Wassereinbruch gekommen sein, der die Museumseröffnung verzögern dürfte.

Tanja Opiasa Publiziert heute um 11:32 Uhr Architekturvisualisierung eines modernen Gebäudes mit Glasfassade und weitem Vorplatz, belebt von Passanten.

Das Berliner Museum aus der Feder von Herzog & de Meuron soll in einer Liga mit dem New Yorker Moma spielen.

Visualisierung: Herzog & de Meuron

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Berlin soll ein neues Museum für die Kunst des 20. Jahrhunderts erhalten, eines, das mit dem New Yorker Museum for Modern Art (Moma) mithalten kann und den Stadtteil zwischen der Neuen Nationalgalerie und der Berliner Philharmonie beleben soll, wie Kunstgeschichte.info schreibt.

Das Basler Stararchitekturbüro Herzog & de Meuron soll den Berlinern diese Vision erfüllen – im Jahr 2016 gewannen sie die entsprechende Ausschreibung. Ihnen schwebt ein Ort für alle vor, «kein Kulturtempel, sondern ein alltäglicher Lebensort». Das Mega-Museum wurde immer wieder kritisiert: Statt den 2014 vom Bundestag bewilligten 200 Millionen Euro werden die Kosten des Berlin Modern bereits auf 487 Millionen geschätzt, das entspricht rund 450 Millionen Franken.

Das weckt Erinnerungen an die Hamburger Elbphilharmonie. Der von Herzog & de Meuron geplante Prestigebau wurde mit mehrjähriger Verspätung 2017 eröffnet und kostete 866 statt 77 Millionen Euro.

Der Rohbau wurde vor fünf Monaten fertiggestellt. Wie die «Frankfurter Allgemeine» in einem Artikel mit dem Titel «Museum unter Wasser» kürzlich berichtet, sollen bei dem von Kritikern als «Kulturscheune» und «Aldi-Discounter» bezeichneten Rohbau nun «Feuchteschäden» aufgetaucht sein. Dies an der Betonwanne, die laut der FAZ 16 Meter tief in die Erde versenkt wurde, um die Funktionsbereiche eines autonomen Museumsbetriebs zu erfüllen. Dies, weil das Gebäude – in der Ausschreibung als Solitär beschrieben – ohne Verbindung zu den anderen Häusern am Kulturforum entstehen sollte. Durch ebendiesen Tiefbau drohe dem Projekt jetzt «die Havarie».

Museum von Herzog & de Meuron hat Feuchteschäden

Der FAZ soll der jüngste Baubericht vorliegen. Darin meldet der Kulturstaatsminister «ausgeprägte Feuchteschäden, die insbesondere in den Untergeschossen aufgetreten» seien. Der Boden der Betonwanne steht laut der FAZ unter Wasser. Wie die Schäden entstanden sind, sollen laut der Zeitung «vertiefende Analysen» erweisen. Weiter ist im Bericht von einem drohenden Rechtsstreit und von Schimmelbefall die Rede.

Der Wassereinbruch am Boden der 16 Meter tief liegenden Betonwanne des Gebäudes könnte laut der FAZ im schlimmsten Fall einen Stillstand bedeuten. Fest stehe ein «mehrmonatiger Terminverzug». Laut dem deutschen Medium ist die geplante Eröffnung der Berlin Modern im Jahr 2029 wohl nicht zu halten.

Projekte der Basler Architekten Herzog & de Meuron

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Einloggen Tanja Opiasa leitet seit Oktober 2025 das Newsdesk der Basler Zeitung. Zuvor war sie als Ressortleiterin von 20 Minuten für das Ressort Basel zuständig. Sie schloss ihren BA-Abschluss in Deutsch und Geschichte an der Universität Basel ab und arbeitet seit 2012 im Lokaljournalismus. Mehr Infos

Das Berliner Museum aus der Feder von Herzog & de Meuron soll in einer Liga mit dem New Yorker Moma spielen.

Visualisierung: Herzog & de Meuron