Auch politisch haben sich die Fronten verhärtet. US-Vizepräsident JD Vance, der selbst konvertierter Katholik ist, wollte den Bericht nicht kommentieren. Vance gilt als enger Vertrauter von Colby. Eine zunächst erwogene Reise des Papstes in die USA wurde inzwischen offenbar verworfen.
Der Konflikt zwischen Vatikan und US-Regierung begann bereits mit Trumps Abschiebepolitik, die auch US-Bischöfe kritisiert hatten. Seither hat Leo XIV. seine Position mehrfach bekräftigt – zuletzt mit deutlichen Worten zum Iran-Konflikt.
Nachdem Trump der iranischen Zivilisation mit „Auslöschung“ gedroht hatte, sagte der Papst: „Das ist wirklich nicht akzeptabel.“ Weiter sagte er: „Ich möchte alle einladen, wirklich im Herzen an die vielen Unschuldigen zu denken, an die vielen Kinder, viele ältere Menschen, völlig Unschuldige“, sagte der Pontifex weiter. Sie alle seien Opfer des Krieges. Zudem bezeichnete er diesen als „ungerechten Krieg“, der weiter eskaliere und nichts löse.
Am US-Nationalfeiertag wird Leo XIV. nicht in die Vereinigten Staaten reisen, sondern nach Lampedusa. Die Mittelmeerinsel steht seit Jahren symbolisch für die Flüchtlingskrise. Auch damit setzt der Papst ein politisches Signal.
Unterstützung erhält er unter anderem aus dem Iran. Dessen Botschafter beim Vatikan erklärte, Leo XIV. habe mit seinen Worten dazu beigetragen, eine weitere Eskalation zu verhindern. Für Samstag hat der Papst zu einer Gebetswache für den Frieden im Petersdom eingeladen.