Mayen – Mit Mario Adorf ist einer der prägendsten Schauspieler des deutschsprachigen Films gestorben. Der Schauspieler starb im Alter von 95 Jahren, wie sein Management mitteilte. Besonders groß ist die Anteilnahme in Mayen in Rheinland-Pfalz, wo Adorf aufgewachsen ist und dem er zeitlebens eng verbunden blieb.

In seiner Heimatstadt galt Adorf nicht nur als Weltstar, sondern auch als vertraute Persönlichkeit. Viele Menschen hätten ihn von seinen Besuchen in Mayen persönlich gekannt, sagte Oberbürgermeister Dirk Meid dem SWR. Als Ehrenbürger und Schirmherr der Burgfestspiele sei Adorf immer wieder in seine alte Heimat zurückgekehrt. „Wenn man überlegt, dass er in St. Tropez, Zürich, München zu Hause war, in der ganzen Welt unterwegs war – war es ihm aber immer in den ganzen Jahrzehnten wichtig, auch regelmäßig nach Mayen zurückzukommen“, so Meid. „Ich glaube, er war eine der größten Persönlichkeiten der Stadtgeschichte.“ Für Mayen sei sein Tod „ein ganz großer Verlust“.

Es war ihm in den ganzen Jahrzehnten immer wichtig, auch regelmäßig nach Mayen zurückzukommen.

Dirk Meid, Oberbürgermeister Mayen

Zuletzt besuchte Adorf im Jahr 2024 die Mayener Burgfestspiele. Intendant Alexander May erinnerte daran, dass sich der Schauspieler damals das Kinderstück „Peterchens Mondfahrt“ ansah, in dem er selbst zu Beginn seiner Karriere mitgespielt hatte. „Danach hat er mit allen Schauspielern und Beteiligten gesprochen und hat sehr, sehr schöne Dinge gesagt.“

Für die Burgfestspiele sei Adorf über viele Jahre eine prägende Figur gewesen. „Sobald er auf der Bühne war, kamen aus dem ganzen Land die Menschen und wollten ihn sehen, wollten ihm begegnen, wollten seine tolle Ausstrahlung erleben“, sagte May. Adorf sei „ein nahbarer, toller Mensch gewesen“.

Schauspieler Mario Adorf im Alter von 93 Jahren bei einer Pressekonferenz.

© IMAGO/Christoph Hardt

Der frühere Oberbürgermeister Wolfgang Treis würdigte Adorf ebenfalls als warmherzigen Menschen. „Mario Adolf war sehr herzlich, sehr warm und ihm waren die Menschen sehr wichtig. Und ich glaube, das kann man auch bei vielen seiner Filmen sehen.“ Für die Stadt Mayen sei Adorf von großer Bedeutung gewesen. „Ich glaube, alle Menschen in Mayen trauern und werden ihn nicht vergessen. Mir geht es so.“