TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen

Im EU-Ausland mit dem Handy wie zu Hause telefonieren und surfen – eine feine Sache. Trotzdem lauern an den Grenzen neue Kostenfallen, wenn sich das Smartphone in Grenzregionen ins „falsche“ Netz einwählt. BILD berichtete über den Fall von Musiklehrerin Christine Büttner (75) aus Niedersachsen, die von o2 eine 16.600-Euro-Rechnung bekam. Daraufhin meldeten sich viele Leser mit neuen Warnungen: Hier müssen Sie auch aufpassen.

Wenn zwei EU-Länder aneinandergrenzen, ist die unfreiwillige Nutzung des Nachbarnetzes kein Problem, denn seit 2017 gelten EU-weit dieselben Konditionen wie im Heimattarif. Außerhalb der EU können hingegen hohe Kosten in fremden Netzen anfallen. Der Sprung ins „falsche“ Netz geschieht unbemerkt, wenn die automatische Netzwahl voreingestellt ist.

Mehr zum Thema

„Entlang der Ländergrenzen funken Mobilfunkmasten oft kilometerweit ins Nachbarland hinein“, erläutert Jens-Uwe Theumer, Vice President Telecommunications bei Verivox. „Moderne Smartphones wählen sich grundsätzlich in das beste verfügbare Netz ein. Das gilt auch dann, wenn das Nachbarnetz stärkere Signale sendet als das heimische.“

Hier wird es teuer:

Griechenland/Albanien

Wer sich im Norden der Insel Korfu aufhält, dessen Handy könnte sich auch in Albanien einloggen. Das Nachbarland hat für eigene Urlauber gerade eine neue Antenne an der albanischen Küste aufgestellt. Typisches Beispiel: Bei der Ankunft auf der Griechen-Insel erhalten die Urlauber eine SMS mit dem Text „Welcome to Albania“. Vorsicht, hier drohen horrende Kosten fürs Surfen und Telefonieren.

Schweiz

Die Schweiz gehört nicht zur EU, nur Telekom-Kunden surfen hier gratis. Das heißt: In der deutschen Grenzregion lauert für alle anderen Kunden eine Kostenfalle – also etwa am Bodensee und Hochrhein.

Preisfalle Umsteigeflughäfen

Eine besondere Preisfalle ist der Flughafen Zürich, wo viele Deutsche in Richtung Südeuropa, Asien oder USA umsteigen. Nur Kunden im Telekom-Netz surfen hier gratis. Auch Kunden in vielen Business-Tarifen von Vodafone und o2 sind sicher.

Mehr zum ThemaTürkei/Griechenland

▶︎ Es gibt eine weitere Kostenfalle in Griechenland: Noch teurer ist mit bis zu 2,29 Euro pro Minute die Nutzung des türkischen Netzes. Es gibt Landes- und Seegrenzen zu Griechenland. In der Nähe der türkischen Grenze liegt etwa die griechische Insel Kos. Neues Problem: Auch auf der Griechen-Insel Rhodos können sich Handys ins starke türkische Netz einwählen!

Kleinstaaten wie Monaco, Andorra, San Marino

Was viele nicht wissen: In den Kleinstaaten Andorra, Monaco, San Marino und Vatikanstadt, die komplett von EU-Gebiet umschlossen sind, findet die EU-Roaming-Verordnung keine Anwendung. Wer also in Nizza, Menton oder Monaco unterwegs ist, kann in die gleiche Falle tappen: Monaco liegt direkt an Frankreich, ist roamingrechtlich aber ein Sonderfall. Auch Andorra wird in aktuellen Verbraucherwarnungen weiterhin explizit genannt.

Montenegro, Bosnien-Herzegowina

Diese Länder grenzen an das EU-Land Kroatien. Bis zu 2,29 Euro pro Minute kostet die Nutzung des bosnischen Netzes, in Montenegro sogar bis zu 2,49 Euro.

Sparfochs-Tipp

Immer vor der Reise checken, in welchen Grenzregionen man sich aufhalten wird. Dann das Roaming unter „Mobile Netzwerke“ deaktivieren. Dazu eine Urlaubs-eSim bestellen. Zu den bekanntesten und größten Anbietern zählen derzeit vor allem Airalo, Holafly, Nomad, Saily und GigSky. Nutzer buchen per App ein günstiges Datenpaket fürs Ausland und umgehen so teure Roaming-Kosten. Aber: Wer die normale SIM nicht richtig abstellt, kann trotzdem in die Kostenfalle tappen.