Im Freitagabend-Flutlichtspiel zum Auftakt der 26. Runde der Bundesliga-Saison 2025/26 zwischen dem punktgleichen Tabellenzweiten FC Red Bull Salzburg und dem Dritten LASK hatten beide Teams die Chance, um zumindest bis Sonntagnachmittag den Vier-Punkte-Abstand auf Spitzenreiter SK Sturm Graz zu verkürzen. Um wie in den beiden Grunddurchgang-Duellen gegen die Linzer zu gewinnen, galt es für die im Frühjahr national zuhause noch sieglosen Roten Bullen ihre Torsperre zu stoppen (vier Pflichtpartien ohne Treffer). Was zwar gelang, doch auf den ersten Heimsieg in 2026 hat RBS weiter zu warten. Der LASK gewinnt 3:2!

Für Frans Kraetzig, der das 1:1-Ausgleichstor mustergültig vorbereitete, und den FC Red Bull Salzburg war es diesmal nicht so wie beim 5:1-Sieg im Februar in Linz. Die LASKler lieferten große Gegenwehr und belohnten sich für einen beherzten, fokussierten Auftritt. Während der deutsche Mentalitätsspieler Kraetzig in der Nachspielzeit durch sein zögerliches Abwehrverhalten unglücklich den Athletikern den 3:2-Siegtreffer ermöglichte.
Da capo Cissé: Der Senegalese wieder mit der frühen Führung per Kopfball nach Corner-Variante
Der LASK kam nach dem souveränen Sieg über Austria Wien mit viel Selbstvertrauen in die Red Bull Arena und begann mit der gleichen Startelf wie beim 4:1 gegen die Violetten. Auch die Salzburger mit dem ersten Sieg in der Meistergruppe am vergangenen Ostersonntag, doch gegenüber dem 1:0-Auswärtssieg in Hartberg mit drei personellen Veränderungen. Comebacker Stefan Lainer und Anrie Chase rückten in die Viererabwehrkette und offensiv über die Außenbahn kam der 18-jährige Bosnier Kerim Alajbegović.
Die Linzer Athletiker vom Anpfiff weg bereit, wollten sich für die 1:5-Heimniederlage gegen die Roten Bullen vor zwei Monaten in Linz rehabilitieren. Wurde die Oberösterreicher im Februar bei der ersten Niederlage (die einzige daheim) unter Cheftrainer Dietmar Kühbauer in dessen zweiter LASK-Amtszeit noch von den Mozartstädtern überrascht und lagen nach zehn Minuten mit 0:2 zurück, so kamen die Schwarz-Weißen diesmal überfallartig.
Und legten wie zuletzt gegen die Austria mit einem Start nach Maß los. Und zwar per „Kopie“ wie bei der 1:0-Führung gegen die Wiener. Wieder Cornerball-Variante, diesmal von links und statt Usor mit diagonaler Hereingabe von Horvath, der den aufgerückten Abwehrspieler Modou Cissé fand und der 20-jährige Senegalese war wie vor fünf Tagen wieder per Kopfballtor zur Stelle (8.). Sträflich freistehend! Couragierter Athletiker-Auftakt. Die Salzburger, bisher immerhin mit den meisten Torabschlüssen und auch Treffern dieser BL-Saison, kamen in Teil eins der ersten Halbzeit überhaupt nicht ins Spiel und warteten unter Trainer Daniel Beichler weiter auf das erste Heim-Tor.

Torsperre beendet: Nach fast 400 Minuten wieder RBS-Heimtor – erstes im Frühjahr national
Doch dann war es soweit, der Brann gebrochen. Nach 393 Spielminuten fiel national das erste Tor für die Roten Bullen zuhause (das letzte am 14.12.2025). Anrie Chase mit einem langgezogenen, diagonalen Flugball aus der eigenen Hälfte auf Frans Krätzig, der uneigennützig gekonnt quer legte auf Endabnehmer Karim Konaté, der mit seinem fünften BL-Saisontor zum 1:1 (28.) traf (siehe Foto). Mit der ersten RBS-Abschlusschance wurde der LASK bestraft.
Ansonsten kontrollierte der ÖFB-Cup-Finalist das Geschehen und kam gegen defensiv fahrlässig wirkende Gastgeber durch Tornich (33.) und Jørgensen (35.) zu Chancen, um erneut in Führung zu gehen. Lediglich kurz vor der Pause wurde es im Gäste-Sechzehner brenzlig, klärten die LASKler nach Schuster-Kopfballablage in höchster Not im Verbund gegen Konaté (41.), der später mit strammen Rechtschuss das rechte Kreuzeck verfehlte (44.).
LASK fokussierter, Salzburger defensiv anfällig
Auch nach dem Seitenwechsel wirkte das Kühbauer-Kollektiv fokussierter, erwischte wieder den besseren Start gegen defensiv nicht sattelfeste Rote Bullen, die besonders bei Standards anfällig waren. Dann aus dem Spielfeld heraus der agile Horvath mit der Rechtsflanke, Adeniran per Kopfball ans Außennetz (51.). Wenig später wieder der Athletiker Angreifer, der am Fünfmeterraum am Ex-LASKler Schlager scheiterte (56.). Vogelwilde Szenen teilweise im Salzburger Sechzehner.
Das 2:1 für die Linzer lag in der Luft und fiel am Boden. Nach energischem Adeniran-Antritt über links und flacher Hereingabe des US-Amerikaners vollendete Saša Kalajdžić per Direktabnahme zur erneuten, verdienten Gäste-Führung (63.).
LASK Lucky Punch am Flutlicht-Freitag in der Mozartstadt
Die Antwort des Vizemeisters: Einwurf-Flanke von Terzić, Chase verlängerte, Konaté verfehlte (68). Pech dann für Kerim Alajbegović, der mit seinem satten Freistoßball die linke Stange traf (79.). Die Roten Bullen gingen „all-in“, doch die Athletiker-Abwehr um Tornich gab sich kaum eine Blöße, stand kompakt.
Dann überschlugen sich in der Nachspielzeit die Ereignisse, erzielte Joker Kjaergaard per Distanzschuss den 2:2-Ausgleich (90.+1), ehe auf der Gegenseite der Linzer Joker stach und Xavier Mbuyamba nach Fauxpas von Krätzig in letzter Minute nicht nur dem LASK die dritte Führung bescherte, sondern auch den 3:2-Auswärtssieg (90. +5). Ekstase pur hernach im Sektor der zahlreich mitgereisten LASK-Fans. Wieder ein Torreigen zwischen beiden Teams im Frühjahr, diesmal mit den Athletikern als Sieger.
Bundesliga-Saison 2025/26, Runde 26, Meistergruppe-Runde 4
Freitag, 10. April 2026, 19:30 Uhr, Red Bull Arena in Wals-Siezenheim, Z: 8.737, Schiedsrichter: Christian-Petru Ciochirca/Graz
FC Red Bull Salzburg vs. LASK 2:3 (1:1)
FC Red Bull Salzburg (4-4-2): Schlager; Lainer, Chase, Schuster (86. Onisiwo), Terzić (68. Kjaergaard); Kitano, Krätzig Bidstrup (K), Alajbegović; Vertessen (68. E. Baidoo), Konaté. Trainer: Daniel Beichler.
LASK (3-4-1-2): Jungwirth; Cissé, Tornich, Andradé; – Jørgensen (90.+3 Flecker), Coulibaly (90. Mbuyamba), Horvath (K, Bogarde; Usor; Kalajdžić (81. Entrup), Adeniran (81. C. Lang). Trainer: Dietmar Kühbauer
Torfolge: 0:1 Cissé (8., Kopfball, Assist Horvath), 1:1 Konaté (28., Krätzig), 1:2 Kalajdžić (63., Adeniran), 2:2 Kjaergaard (90.+1), 2:3 Mbuyamba (90.+5).
Gelbe Karten: Coulibaly (58., Foulspiel, 7. GK).
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