Doch: Die USA sind dabei auf Deutschland und Europa angewiesen. Ein absolutes Herzstück der Artemis-Missionen stammt von Airbus in Bremen. Konkret geht es um das ESM, das „European Service Module“. Es bildet die Grundlage für das Überleben der Astronauten, nicht nur auf der jetzt zu Ende gegangenen Artemis-II-Mission, sondern auch für die geplanten Mondlandungen. Wasser, Atemluft, Temperaturregelung und auch die Steuerung der „Orion“-Kapsel: Für all das sorgte auf dem Weg zum Mond und zurück das ESM. Technik made in Europe war also die Lebensversicherung für die Crew.
Es geht auch heute um Geopolitik. Wer in den 60ern als erster auf dem Mond landete, war vor allem eine Frage der technologischen und damit der militärischen Stärke. Deshalb investierten Sowjetunion und USA jeweils Milliarden in ihre Raumfahrtprogramme.
Heute ist die Lage komplexer: Zu Russen und Amerikanern sind die Europäer und die Chinesen hinzugekommen. Während das russische Mondprogramm in einer Krise steckt, will China bis 2030 selbst Menschen zum Mond schicken. Es geht dabei darum, wer im All die Vormachtstellung einnimmt und wer dabei die Regeln definiert.
Für die Raumfahrt der Zukunft ist der Mond zentral: als Ort dauerhafter menschlicher Präsenz und damit als Ausgangspunkt für weitere Missionen. So wird am Südpol des Mondes etwa Wasser vermutet. Diese Ressourcen zu sichern, gilt als entscheidend.
Trump poltert und droht auch gegenüber Verbündeten. Den Mond erreicht er aber eben doch nicht allein. Und so tut die Esa gut daran, die eigene Stärke voranzutreiben und gleichzeitig kluge Allianzen einzugehen, wie beim Artemis-Programm mit der Nasa. Der gemeinsame Flug zum Mond ist ein Sinnbild dafür, wie transatlantische Zusammenarbeit auch in Zukunft funktionieren kann.