Star in der „Heute Show“
Comedian aus Köln spricht über sein Outing
Aktualisiert am 10.04.2026 – 17:43 UhrLesedauer: 2 Min.
Lutz van der Horst bei einem Auftritt (Archivfoto): Er ist seit Jahren in der „Heute Show“ zu sehen. (Quelle: stefan zeitz/imago)
„heute Show“-Fans ist er bestens bekannt: Lutz van der Horst spricht über sein spätes Buchdebüt und warum sein Management brisante Inhalte lange ablehnte.
Der in Köln lebende „heute-show“-Star Lutz van der Horst hat in einem Interview mit der Zeitschrift „Bunte“ über seine Sexualität gesprochen – und erklärt, weshalb sein erstes Buch erst nach rund zwanzig Jahren erschienen ist.
In seinem neuen Roman „Konfetti-Blues“ erzählt er die Geschichte von Max, der sich als bisexuell outet. Die Parallelen zu seinem eigenen Leben seien bewusst, sagt van der Horst. Genau das habe das Projekt jedoch lange ausgebremst: „Wenn es um Themen wie Partys, Drogen oder Queersein geht, meinte mein Management damals: Das können wir nicht veröffentlichen“, sagt er dem Blatt.
Die Grundidee für das Buch entstand laut van der Horst bereits vor zwei Jahrzehnten während einer persönlichen Krise. Das Schreiben habe ihm damals geholfen, die Situation zu verarbeiten – fast wie eine Form der Therapie.
Ein klassisches Coming-out, mit großer Ankündigung vor Publikum, habe es bei ihm nie gegeben. „Ich habe mich nie vor eine große Gruppe gestellt und es verkündet“, sagt van der Horst. Stattdessen beschreibt er einen schleichenden Prozess der Selbstakzeptanz: „Man spürt es die ganze Zeit, kann es aber nicht einordnen.“ Irgendwann habe er schlicht aufgehört, seine Sexualität zu verbergen.
Zum Leben in seiner Heimatstadt Köln hat der ZDF-Comedian eine ambivalente, aber herzliche Beziehung. „Die Stadt – machen wir uns nichts vor – ist ultrahässlich, aber die Menschen sind ganz fantastisch“, sagt er einmal in einem Podcast. Was Köln für ihn auszeichne, sei die leichte Zugänglichkeit seines sozialen Lebens: Anders als etwa in München komme man in Köln „superschnell rein“ – in Freundeskreise, Kneipen, Gespräche. Das Motto laute, angelehnt an das Karnevalslied der Black Fööss: „Drink doch eine met.“
Gleichzeitig betont er das Dörfliche der Millionenstadt – durchaus mit einem Augenzwinkern: „Wenn man in der Innenstadt unterwegs ist, über die Ringe geht: Man trifft immer jemanden. Einfach, weil die Stadt so begrenzt ist.“
